Hack geht viral – «Vertraue niemandem mit Airpods»
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Hack geht viral«Vertraue niemandem mit Airpods»

Auf Tiktok verbreitet sich derzeit ein Trick mit Apples drahtlosen Kopfhörern wie ein Lauffeuer: Ein User zeigt, wie die Airpods kurzerhand zum Spionagewerkzeug werden.

Mit diesem Clip hat Bryce ein Millionenpublikum erreicht: In einem einminütigen Video erklärt der Tiktok-User, wie man Gespräche von anderen mithilfe von Airpods und einem iPhone abhören kann. «Du gehst erst in die iPhone-Einstellungen, dann zum Kontrollzentrum und dort findest du ein kleines Ohrensymbol», erklärt er und fährt fort: «Du drückst auf das Plus-Zeichen und fortan ist das Ohr dort, wo auch die Taschenlampe ist.»

«Nun kannst du jederzeit hören, was jemand sagt, wenn dein iPhone in diesem Raum liegt und du die Airpods drin hast», erklärt er den Trick, den er selbst als fragwürdig bezeichnet. Den Clip haben mittlerweile mehr als drei Millionen Nutzerinnen und Nutzer gesehen. Bei ihnen hat dies zu unterschiedlichen Reaktionen geführt.

«Das macht mir Angst»

«Danke. Jetzt kann ich endlich eine Fliege an der Wand spielen», schreibt die Nutzerin Cherrysmiles2. «Das macht mir Angst», schreibt eine andere. «Vertraue niemandem mit Airpods, alles klar», kommentiert der User Hotmess95 den Trick. Und Trazey99 fragt: «Wer lässt dafür sein iPhone einfach irgendwo liegen?»

Gedacht ist die Funktion übrigens nicht, um zu spionieren. «Das Feature Live-Mithören ist für Personen, die schlecht hören können. Damit lassen sich Hintergrundgeräusche herausfiltern, um Konversationen besser zu hören», erklärt die Tiktokerin Reitoukahen richtigerweise.

Abhören ist strafbar

Obwohl die vielen erstaunten Kommentare bei Tiktok etwas anderes vermuten lassen, ist die Funktion nicht neu. Die Funktion Live-Mithören gibt es schon seit der mobilen Betriebssystemversion iOS 12. Diese wurde im Jahr 2018 vorgestellt.

Ohne Einwilligung aller Beteiligten sollte man Bryces Trick im übrigen nicht nachmachen. Das Abhören und Aufzeichnen fremder, nichtöffentlicher Gespräche ist hierzulande strafbar. Es droht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe.

(L'essentiel/Tobias Bolzern)

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