Arizona/USA: Verurteilter Kindsmörder 35 Jahre nach Todesurteil mit Giftspritze hingerichtet

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Arizona/USAVerurteilter Kindsmörder 35 Jahre nach Todesurteil mit Giftspritze hingerichtet

Weil er 1984 ein Mädchen verschleppt und ermordet haben soll, ist in Arizona ein verurteilter 66-Jähriger hingerichtet worden. Die Anwälte von Frank Atwood versuchten bis zuletzt, die Exekution zu verhindern. Der Mann hatte in der Haft Theologie studiert und geheiratet.

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Frank Atwood wurde am Mittwoch um 10.16 Uhr Ortszeit hingerichtet.

Frank Atwood wurde am Mittwoch um 10.16 Uhr Ortszeit hingerichtet.

Arizona Department of Corrections; Rehabilitation and Reentry
Als letzte Mahlzeit gab es für ihn Weizenbrot mit Salami, Erdnussbutter und Senf.

Als letzte Mahlzeit gab es für ihn Weizenbrot mit Salami, Erdnussbutter und Senf.

Arizona Department of Corrections; Rehabilitation and Reentry
Das Staatsgefängnis in Florence, Arizona. Hier sitzen 110 Todeskandidaten ein.

Das Staatsgefängnis in Florence, Arizona. Hier sitzen 110 Todeskandidaten ein.

imago/ZUMA Press

Im US-Staat Arizona ist ein Mann wegen des Mordes an einem achtjährigen Mädchen hingerichtet worden. Dem 66-jährigen Frank Atwood sei am Mittwoch in der Stadt Florence eine Giftspritze verabreicht worden, teilte der Generalstaatsanwalt des US-Staats, Mark Brnovich, mit. Der Oberste Gerichtshof der USA hatte eine letzte Berufung der Anwälte Atwoods abgelehnt, wodurch die Hinrichtung stattfinden durfte.

Dem Mann wurde der Mord an einen Mädchen 1984 zur Last gelegt. Die acht Jahre alte Vicki Lynne Hoskinson war verschwunden, als sie in der Nähe ihres Wohnhauses in Tucson, Arizona, eine Geburtstagskarte einwerfen wollte. Dabei soll Atwood sie auf ihrem Fahrrad angefahren, in die Wüste verschleppt, vergewaltigt und danach erstochen haben.

1987 schuldig gesprochen

Der Leichnam des Kindes wurde erst knapp sieben Monate später gefunden. Atwood beteuerte stets seine Unschuld, die Indizien sprachen aber klar gegen ihn. Gerichtsunterlagen zufolge konnte die Todesursache des Mädchens nicht festgestellt werden – wilde Tiere hatten den Großteil ihrer Gebeine fortgeschleppt. Atwood wurde 1987 schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt.

In der Haft studierte Atwood Kunst, Literatur und Jura und erwarb ein Doktorat in Theologie. 1991 heiratete er im Gefängnis. Sein Anwalt legte 2007 Berufung gegen das Todesurteil ein und gab an, die Beweise gegen seinen Mandanten seien gefälscht worden. Auch in den letzten Wochen vor Atwoods Tod hatten seine Rechtsvertreter mit Berufung auf neue Beweise versucht, die Hinrichtung zu stoppen.

In Arizona war im Mai die Vollstreckung der Todesstrafe wieder aufgenommen worden, nachdem es dabei fast acht Jahre lang eine Pause gegeben hatte. Die Hinrichtung von Atwood war die zweite seit der Wiederaufnahme. Im Todestrakt im US-Staat befinden sich 110 Häftlinge.

(AFP/DPA/trx)

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