Anschlag in Sydney – Video zeigt 15-jährigen Terroristen nach Bluttat

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Anschlag in SydneyVideo zeigt 15-jährigen Terroristen nach Bluttat

Ein 15-Jähriger hat in Sydney einen Mitarbeiter der Polizei von hinten exekutiert. In Australien geht die Terrorangst um.

Aus kurzer Distanz hat ein Teenager in Sydney einen Polizei-Angestellten erschossen. Danach feuerte er auf zu Hilfe eilende Beamte. Diese erschossen den 15-Jährigen. Laut dem «Sydney Morning Herald» handelt es sich bei dem Jungen um Farhad Khalil Mohammad Jabar. Der irakische Kurde, geboren im Iran, hat mittlerweile auch einen australischen Pass. Er war Schüler an der Arthur Phillip High School, die nur 300 Meter vom Angriffsort liegt. Dort deponierte der 15-Jährige vor dem Anschlag auch seinen schwarzen Nike-Rucksack.

Jetzt hat der TV-Sender 7 News Aufnahmen, die Jabar nach der Tat am Freitag zeigen (siehe Video unten). «Er wirkt sehr aufgeregt, schwingt seine Pistole in der Luft und schreit ‹Allah ist groß› und ‹Gott ist Wahrheit›», kommentiert ein Moderator das Video. Man sieht den 15-Jährigen zurück zum Haupteingang des Polizeiquartiers laufen und mehrfach auf Polizeibeamte schießen, die sich ihm nähern und ihn schließlich töten.

Von Hizb ut-Tahrir radikalisiert?

Die Polizei geht von einer «politisch motivierten Tat» aus und damit von einem terroristischen Akt. Vor der Tat soll Jabar einer Vorlesung der islamischen Gruppe Hizb ut-Tahrir in der Parramatta-Moschee teilgenommen haben. Diese weist jegliche Verantwortung zurück.

Hizb ut-Tahrir ist eine international tätige islamistische Organisation, die auch in Australien ein islamisches Kalifat gründen will. Die Gruppe wird kritisiert, weil sie Gewalt von radikalen Muslimen nicht verurteilt. Man Haron Monis, der am 15. Dezember 2014 im Lindt-Café von Sydney 17 Geiseln nahm, soll von Hizb-ut-Tahrir-Mitgliedern radikalisiert worden sein.

Keine Spuren auf sozialen Medien

Die genauen Motive des 15-jährigen Jabar sind bislang nicht bekannt. Auch seine Accounts auf sozialen Medien sind wenig aufschlussreich. Dennoch rief Jabars Bruder laut dem «Sydney Morning Herald» die Polizei an, in der Angst, Jabar sei in die Tat involviert gewesen.

Experten gehen davon aus, dass Jabar in kurzer Zeit radikalisiert wurde. «Mittlerweile geht die Radikalisierung sehr schnell», sagte Duncan Lewis, Chef des australischen Geheimdiensts, dem Portal Stuff.co.nz. «Wir sprechen von ein paar Wochen, Monaten. Zuvor war die Radikalisierung von Teenagern ein langwieriger Prozess.»

Höchste Terrorstufe seit einem Jahr

Australien ist in den letzten Jahren immer wieder Ziel von Terroranschlägen geworden. Im September 2014 griff ein 18-Jähriger in Melbourne zwei Anti-Terror-Fahnder mit einem Messer an und wurde erschossen. Im Mai wurde ebenfalls in Melbourne ein 17-Jähriger festgenommen, weil er einen Anschlag mit drei selbst gebauten Rohrbomben geplant haben soll.

Australien beteiligt sich an der US-geführten Luftschlägen im Irak gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. Dadurch besteht in Down Under ein erhöhtes Anschlagsrisiko. Die Terror-Alarmstufe ist seit gut einem Jahr auf «hoch».

Das Video des Attentäters Farhad Khalil Mohammad Jabar:

(L'essentiel/cfr)

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