#DontJudgeChallenge – Video zu Selbstinszenierung missbraucht

Publiziert

#DontJudgeChallengeVideo zu Selbstinszenierung missbraucht

Das Video einer ungeschminkten Bloggerin ging um die Welt und startetet die #DontJudgeChallenge. Anstatt zu ihren Makeln zu stehen, missbrauchen einige Teilnehmer die Challenge.

Alles begann mit einem mutigen Video der britischen Beautybloggerin Em Ford. Obwohl sie Akne und eine sehr blasse Haut hat, traute sich die junge Frau der Welt ihr ungeschminktes, natürliches Aussehen zu zeigen. Die Reaktionen waren längst nicht alle positiv. Obwohl viele Frauen ihren Mut bewunderten, musste sie auch sehr böse Kommentare über sich ergehen lassen. «WTF is wrong with her face», «Ugly as fuck», oder «You look disgusting» - das sind nur einige der grausamen Beleidigungen, die Em an den Kopf geworfen wurden.

Da Ems Video jedoch auch viele Bewunderer fand, wurde die #DontJudgeChallenge ins Leben gerufen. Die Teilnehmer sollten sich also mit ihren kleinen Makeln filmen und zu diesen stehen. Ziel der Challenge war es, gegen das sogenannte Body-Shaming anzukämpfen.

Sinn der Challenge verfälscht

Einige Internet-User fanden das Thema aber wohl nicht so ernst, und nahmen die Challenge zum Anreiz, um sich über das Video lustig zu machen. Mittlerweile findet man unter dem Hashtag der Challenge immer mehr Vine Videos, in denen Jugendliche sich Pickel oder Monobrauen aufschminken. Im zweiten Teil der Videos zeigen sie sich dann von ihrer besten Seite, ungeschminkt sind hier höchstens die männlichen Teilnehmer. Damit wurde nicht nur der Sinn der Challenge verfälscht, sondern die Teilnehmer übermittlen zudem implizit die Botschaft, dass kleine Makel wie unreine Haut oder gar das Tragen einer Brille häßlich seien.

Da die ursprüngliche Challenge mittlerweile eher zu einer Parodie mutiert ist, haben ein paar Internet-User jetzt die #BeautyInAllChallenge ins Leben gerufen. Hierbei werden Körperteile, die von anderen kritisert wurden, zelebriert und bewusst hervorgehoben.

(Carmen Baustert /L'essentiel)

Deine Meinung