Christopher Street Day – Viel nackte Haut und exzentrische Kostüme
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Christopher Street DayViel nackte Haut und exzentrische Kostüme

Beim Christopher Street Day haben Lesben und Schwule in Berlin für mehr Toleranz demonstriert. Dabei gab's viele außergewöhnliche und bunte Kostüme zu bestaunen.

Begleitet von wummernder Techno-Musik zogen die Teilnehmer am Samstag in exzentrischen Kostümen vom Kurfürstendamm zum Brandenburger Tor. Passend zur Frauen-Fußball-WM war das Hauptthema Homophobie im Sport. Dort sind «Outings» noch immer selten. Am Straßenrand verfolgten Hunderttausende Schaulustige die Parade aus 54 Wagen und etlichen Fußgruppen.

Insgesamt zählten die Veranstalter rund 700 000 Menschen. Im Vorjahr waren gut 600 000 Besucher zum Berliner CSD gekommen.

Protest- oder Spaßveranstaltung?

Der CSD erinnert an einen Aufstand von Homosexuellen gegen Polizeirazzien im Juni 1969 in der New Yorker Christopher Street. Seitdem gehen weltweit Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle für ihre Rechte auf die Straße. Entsprechende «Gay Pride»-Paraden gab es deshalb am Samstag unter anderem auch in Paris, Mexiko Stadt und San Salvador sowie in mehreren spanischen und italienischen Städten.

Kritiker monieren seit Jahren, dass sich der Christopher Street Day immer mehr zu einem kommerziellen Volksfest entwickele. Auch diesmal wurde der bunte Umzug von Drag Queens und leicht bekleideten Sambatänzern dominiert. Männer in Lack und Leder waren ebenso dabei wie Teilnehmer im Piratenkostüm oder im Biene-Maja-Outfit. Transparente mit politischen Forderungen erinnerten aber auch daran, dass die Parade eigentlich eine Protestveranstaltung ist.

L'essentiel Online/dpa

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