Luxemburg: Viele Beschäftigte nutzten den Urlaub aus familiären Gründen
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LuxemburgViele Beschäftigte nutzten den Urlaub aus familiären Gründen

LUXEMBURG – Der erweiterte Urlaub aus familiären Gründen wurde eingeführt, um infizierte Kinder in der Corona-Pandemie betreuen zu können. 2020/2021 haben 13 Prozent der Beschäftigen diese zusätzlichen Urlaubstage genutzt.

von
Nicolas Martin
Die Regelung über zusätzlichen Uraub für die Betreuung erkrankter Kinder, hat viel Zuspruch in der Bevölkerung erfahren.

Die Regelung über zusätzlichen Uraub für die Betreuung erkrankter Kinder, hat viel Zuspruch in der Bevölkerung erfahren.

Vincent Lescaut

Angesichts steigender Infektionszahlen und der damit verbunden Isolations-Pflicht, waren Eltern über die neue Urlaubsreglung sehr dankbar. Auch wenn die Quarantäne-Bestimmungen mittlerweile weggefallen sind, wird der erweiterte pandemiebedingte Urlaub aus familiären Gründen (CPRF) mindestens bis zum Ende des Schuljahres verlängert. Und das obwohl die Maßnahme eigentlich am 30. April hätte auslaufen sollen.

«Die Maßnahme soll bis einschließlich 23. Juli 2022 verlängert werden», bestätigte das Ministerium für soziale Sicherheit. Dieser Zeitraum würde das laufende Schuljahr im Großherzogtum, aber auch in den benachbarten deutschen Bundesländern (Saarland und Rheinland-Pfalz, 25. Juli), in Frankreich (7. Juli) und in Belgien (1. Juli) abdecken. Eine dauerhafte Einführung des Gesetzes steht jedoch nicht zur Debatte. «Es handelt sich um eine vorübergehende Maßnahme, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern», betonte das Ministerium.

Gesundheitsausgaben auf 238 Millionen Euro gestiegen

Der im März 2020 eingeführte Sonderurlaub wurde von 68.810 Personen in Anspruch genommen, was etwa 13 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung entspricht. Dies geht aus den Zahlen der Generalinspektion für soziale Sicherheit in den Jahren 2020 und 2021 hervor. Dabei haben Frauen (17 Prozent ) besonders häufig von den zusätzlichen Urlaubstagen Gebrauch gemacht. «Wird diese Maßnahme von einer Person in einem bestimmten Zeitraum mehrfach genutzt, wird sie nur einmal gezählt», erklärte das Ministerium.

Dadurch sind die Gesundheitsausgaben im Jahr 2020 auf 238 Millionen Euro gestiegen. Im Jahr 2021 haben sich die Ausgaben um 50 Millionen Euro erhöht. Laut derzeitigem Stand, sind für dieses Jahr (bis 28. Februar) schon Mehrkosten von rund 6 Million Euro entstanden. Menschen aus allen Wirtschaftszweigen haben von den Urlaubstagen profitiert. Insbesondere der Handel (9293 Personen), das Gesundheits- und Sozialwesen (8433 Personen), die Dienstleistungsbereiche (Finanz- und Versicherungswesen, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten) und das Baugewerbe (6823 Personen).

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