Corona in Luxemburg – «Viele haben nachgegeben, ich werde es nicht tun»
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Corona in Luxemburg«Viele haben nachgegeben, ich werde es nicht tun»

LUXEMBURG – Seit Samstag gilt im Großherzogtum am Arbeitsplatz die CovidCheck 3G-Regelung. Wer nicht geimpft oder genesen ist, ließ sich gestern noch testen.

In den Testzentren unterzogen sich gestern Dutzende von Personen einem neuen Ritual: dem täglichen Antigen- oder PCR-Test.

In den Testzentren unterzogen sich gestern Dutzende von Personen einem neuen Ritual: dem täglichen Antigen- oder PCR-Test.

Vincent Lescaut

Im Testzentrum der Hauptstadt an der Place du théâtre oder in dem von BioneXt Lab in Leudelingen unterzogen sich gestern Dutzende von Personen einem neuen Ritual: dem täglichen Antigen- oder PCR-Test. Seit Samstag gilt für jeden, der im Großherzogtum arbeitet die CovidCheck 3G-Regelung am Arbeitsplatz. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss demnach einen gültigen negativen Test vorweisen.

Während der Check im Unternehmen für viele eine reine Formalität sein wird, ist er für andere, die den Impfstoff ablehnen, bereits folgenschwer. «Das kostet extrem viel Geld, ich werde ein bisschen mehr arbeiten müssen», verrät Daniel, der im Baugewerbe beschäftigt ist. «Ich werde jeden Tag nach der Arbeit herkommen. Ich halte es für eine gute Investition in meine Gesundheit.»

Mario ist Lieferfahrer, auch er wird sich täglich einem Test unterziehen müssen. «Ich habe keine andere Wahl. Entweder das, oder sechs Wochen zu Hause bleiben. Mein Chef ist nicht glücklich darüber, dass ich mich nicht impfen lasse. Aber mit oder ohne Impfung kann ich mich doch trotzdem mit dem Virus anstecken. Er hat mich gebeten, morgens früher anzufangen und gegen 16.30 Uhr Schluss zu machen, um mich in der Stadt testen zu lassen.» Dort brauche man keinen Termin und es sei günstiger, erklärt er weiter. «Es kostet 15 Euro und in 15 Minuten hat man das Zertifikat. Ich arbeite in Steinsel und komme jeden Tag mit Bus und Tram her.» Einem seiner Kollegen gehe es ähnlich. Viele weitere hätten wegen des neuen Gesetzes Angst vor den hohen Kosten bekommen. Felix aus Luxemburg-Stadt ist bereit, etwa 600 Euro monatlich auszugeben. Er warte auf den Impfstoff von Novavax.

«Meine Entscheidung ist endgültig»

Auch Grenzgänger stehen an, um sich testen zu lassen. Olivier aus Arlon arbeitet in einer Küche und hat zum obligatorischen CovidCheck eine klare Meinung: «Etwa 400 Euro im Monat sind nicht wenig. Aber meine Entscheidung ist endgültig. Selbst wenn es richtig teuer wird, akzeptiere ich das Prozedere nicht und finde es nicht normal, dass man für die Tests Geld verlangt. Der Impfstoff wird uns so lange aufgedrängt, bis es in der Brieftasche wehtut. Viele haben nachgegeben, aber ich werde es nicht tun.» Neben des finanziellen Aspekts fordert das tägliche Testen Organisation. «Da diese Tests 24 Stunden gültig sind, muss ich sonntags extra hierher kommen, um montags arbeiten zu können. An den anderen Tagen gehe ich in eine Apotheke in der Nähe meines Wohnorts in Belgien.»

Bryan aus Ettelbrück stand in Leudelingen an, um sich testen zu lassen. Er merkte an, dass die Maßnahme nicht jeden gleich stark trifft. «Jemand, der 15.000 Euro netto im Monat verdient, kann sich das leisten, aber was tut jemand, der 1800 Euro verdient und drei oder vier Kinder hat?»

(nm/L'essentiel)

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