In Luxemburg – Viele Luxemburger sind überschuldet

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In LuxemburgViele Luxemburger sind überschuldet

LUXEMBURG – Von Überschuldung sind auch viele Personen in Luxemburg betroffen. Am häufigsten tappen 31- bis 50 -Jährige in die Schuldenfalle.

Ein Großteil der Hilfsanträge wegen Überschuldung stammt aus der Altersgruppe der 31- bis 50-Jährigen.

Ein Großteil der Hilfsanträge wegen Überschuldung stammt aus der Altersgruppe der 31- bis 50-Jährigen.

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Im Jahr 2017 erhielt der Informations- und Beratungsdienst zur Überschuldung in Luxemburg insgesamt 550 Hilfsanträge aus dem ganzen Land. Auch wenn die Zahl im Vergleich zu den Vorjahren stabil geblieben ist, wurden in den vergangenen Monaten zahlreiche Infoveranstaltungen zu dem Thema – insbesondere vom Arbeitsministerium – organisiert, um das Problem der Überschuldung ins Gedächtnis zu rufen.

Selbst wenn «nur sehr wenige Zahlen über die Höhe der Überschuldung der Bürger vorliegen», berichtet das Netzwerk IMS Luxembourg (Inspiring More Sustainability), dass 67 Prozent der Hilfsanträge, vom Menschen in der Altersgruppe der 31- bis 50-Jährigen stammten. Damit ist sie die am stärksten von Überschuldung betroffene Gruppe. «Junge und arbeitslose Menschen sind einem höheren Risiko ausgesetzt, in die Schuldenfalle zu tappen», erklärt die Banque Centrale du Luxembourg. Außerdem stammten 34 Prozent der Hilfsanträge von Alleinstehenden, 27 Prozent von Verheirateten und 26 Prozent von geschiedenen Personen. Außerdem haben viele Mieter (67 Prozent) und Angestellte (49 Prozent) ein Hilfsformular ausgefüllt.

App zur finanziellen Bildung

Das Netzwerk IMS Luxemburg organisiert zusammen mit dem Arbeitsministerium und der Luxemburger Union der Sozialwirtschaft (Uless) Workshops mit Teilnehmern aus verschiedenen Sektoren, um Lösungen für dieses «für die breite Öffentlichkeit komplexe und unbekannte Thema» zu finden. Demnächst erscheint eine App für Smartphones zur finanziellen Bildung für 12- bis 25-Jährige, ein Analysetool zur Unterstützung von Unternehmen bei der Erkennung von Risikoprofilen und eine nationale Sensibilisierungskampagne.

Das Gesetz das seit 2013 die Einrichtung eines Schuldenregulierungsverfahrens ermöglicht, zielt darauf ab, die finanzielle Situation von Schuldnern zu verbessern. Es soll ihnen ermöglichen, ihre Schulden begleichen zu können und gleichzeitig «die Möglichkeit garantieren, ein menschenwürdiges Leben zu führen». Verbraucher können ihre Schulden auf der Website der Ligue Médico-Sociale berechnen.

(nc/L'essentiel)

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