Premiumdienste: Viele Luxemburger tappen in Kostenfalle
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PremiumdiensteViele Luxemburger tappen in Kostenfalle

LUXEMBURG – Eine scheinbar normale SMS, die es aber in sich hat. Viele Mobilfunknutzer zahlen monatlich für Dienste, ohne sich dessen bewusst zu sein.

Um sich von einem Premiumdienst abzumelden, reicht in der Regel, das Wort «STOP» an den Absender zu schicken.

Um sich von einem Premiumdienst abzumelden, reicht in der Regel, das Wort «STOP» an den Absender zu schicken.

Im Großherzogtum häuften sich zuletzt die Beschwerden über sogenannte Premium-SMS. Gemeint sind damit Dienste, die über SMS bestellt werden. Die Bezahlung erfolgt am Monatsende über die Mobilfunkrechnung oder der Betrag wird vom Prepaid-Guthaben abgezogen. «Um sich von einem solchen Dienst abzumelden, müssen Sie ‹STOP› an die Nummer senden, von der die SMS kommt. Ansonsten müssen die Nutzer weiterhin für bestimmt Dienste zahlen, etwa für Klingeltöne oder Spiele», erklärt ein Verkäufer in einem Shop eines Mobilfunkanbieters in Luxemburg . «Ich selbst habe dabei 15 Euro verloren», fügt er hinzu.

Die Premiumdienste, um die es hier geht, sind nicht neu und ermöglichen es zum Beispiel, ein Parkticket zu bezahlen. Das Problem: «Viele Leute melden sich bei Premiumdiensten an, ohne sich dessen bewusst zu sein. Sie haben im Internet gesurft und irgendwo auf ‹Ja› geklickt, ohne sich bewusst zu sein, dass sie einem Drittanbieter erlauben, ihnen Dienstleistungen zu verkaufen. Dann stellen sie eines Tages fest, dass auf ihrer Telefonrechnung kleine Beträge auftauchen, deren Ursprung sie nicht kennen», erklärt Luc Tapella, Direktor des Luxemburgischen Regulierungsinstituts (ILR). Zusammengenommen könnten diese Beträge Hunderte von Euro betragen.

Im Jahr 2021 entfielen 21 Prozent der vom ILR verwalteten Schlichtungsfälle im Bereich der elektronischen Kommunikationsdienste auf Premiumdienste. Die Anbieter sind verpflichtet, dem Kunden eine zweite SMS zu schicken, damit er seine Bereitschaft, ein Abonnement abzuschließen, bestätigt. Wenn sie dies nicht tun, kann der Kunde eine Beschwerde einreichen. «Oftmals stimmen die Anbieter, auch wenn sie nicht verantwortlich sind, zu, die Beträge nicht in Rechnung zu stellen», sagt Tapella.

(Séverine Goffin/Jérôme Wiss/L'essentiel)

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