Coronavirus in Luxemburg – «Viele Maßnahmen gegen Corona sind nicht logisch»

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Coronavirus in Luxemburg«Viele Maßnahmen gegen Corona sind nicht logisch»

LUXEMBURG – Die Regierung hat vorerst keine neuen Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus beschlossen. Dafür gibt es aus der Opposition Kritik und Zuspruch.

Xavier Bettel und Paulette Lenert traten am Samstagabend erneut vor die Kameras.

Xavier Bettel und Paulette Lenert traten am Samstagabend erneut vor die Kameras.

Editpress

Die Ankündigung von Premierminister Xavier Bettel (DP) und Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP), dass die Regierung vorerst nicht zu neuen Restriktionen im Kampf gegen das Coronavirus greifen will, sorgte bei der Opposition für eine Überraschung. Die Reaktionen fallen gemischt aus.

«Wir sind davon nicht überzeugt», sagte die Fraktionschefin der CSV , Martine Hansen. Sie ist der Meinung, dass die Regierung «klarere Regeln hätte aufstellen sollen, da viele ist nicht logisch sind». Insbesondere befürwortet sie die Maskenpflicht in den Städten. In der Sache fragt sie sich jedoch, «auf welche Informationen und Statistiken sich die Regierung stützt». Zudem sei nicht klar, weshalb die Regierung «die Presse versammelt und die allgemeine Aufmerksamkeit mobilisiert hat, um nichts zu verkünden». Die CSV-Fraktion in der Abgeordnetenkammer hat gefordert, so bald wie möglich eine Sitzung des Gesundheitsausschusses abzuhalten.

«Weitere Einschränkungen sind im Moment nicht nötig»

Der Pirat Sven Clement zeigte sich ebenfalls skeptisch. «Die Regierung hat eine Pressekonferenz abgehalten, und wir wissen immer och nicht warum» Clement ergänzte, dass es «besorgniserregend» sei, dass der Premierminister «keine neuen Maßnahmen angekündigt hat, während er gleichzeitig sagte, dass er eine weitere Eindämmung um jeden Preis vermeiden wolle». Er hätte es vorgezogen, wenn der Regierungschef «bestimmte Restriktionen verkündet hätte». Die derzeit geltenden Regeln seien zu vage.

Fernand Kartheiser (ADR) ist mit den Ankündigungen der Regierung zufrieden. «Was der Premierminister sagte, verteidigen wir seit langem. Es sollte keine beunruhigende Situation provoziert werden, neue Maßnahmen sind in diesem Stadium nicht notwendig. Es muss ein Gleichgewicht zwischen den Erfordernissen der Gesundheit und der Achtung der Freiheiten bestehen».

Die Abgeordnete plädiert für «einen pragmatischen Ansatz», mit Maßnahmen wie der Ausweitung der Telearbeit anstelle von «symbolischen Maßnahmen, wie dem Tragen von Masken auf der Straße, die fast keinen Zweck erfüllen». Auch David Wagner (Déi Lénk) ist der Meinung, dass weitere «Einschränkungen im Moment nicht notwendig sind». Er fragt sich, «ob die Beschränkungen in anderen Ländern wirklich mit der Pandemie zusammenhängen oder ob sie versuchen, andere Schwächen zu verbergen» – wie zum Beispiel einen Mangel an Krankenhausbetten.

(Joseph Gaulier/L'essentiel)

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