Hochzeitsindustrie – Viele Paare haben ihre Hochzeit schon verschoben

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HochzeitsindustrieViele Paare haben ihre Hochzeit schon verschoben

LUXEMBURG -– Heiraten ist in Luxemburg weniger populär als in anderen europäischen Ländern. Dennoch leben viele Menschen von der Hochzeitsindustrie.

Die Ankündigung des Premierministers, Feierlichkeiten und Versammlungen bis zum 31. Juli abgesagt werden, war für Hochzeitsplanerin Sabrina Carbone weiterer Schlag vor den Kopf:

Die Ankündigung des Premierministers, Feierlichkeiten und Versammlungen bis zum 31. Juli abgesagt werden, war für Hochzeitsplanerin Sabrina Carbone weiterer Schlag vor den Kopf:

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Die Coronavirus-Epidemie hat der Hochzeitsindustrie einen schweren Schlag versetzt. Da alle Versammlungen verboten wurden, haben Rathäuser, Kirchen oder Empfangshallen an den vergangenen Wochenenden hohl geklungen. Und auch wenn die Ehe in Luxemburg, dem Land, in dem sie in Europa am wenigsten gefeiert wird (3,1 pro 1000 Einwohner im Jahr 2018), immer weniger attraktiv ist, sind bereits viele Paare von dieser Situation betroffen. Und was ist mit den Fachleuten, die davon leben, hauptsächlich KMU, Selbständige oder Handwerker?

«Wir beginnen mit einem leeren Jahr», sagt Sabrina Carbone, eine französische Hochzeitsplanerin, die seit sechs Jahren regelmäßig im Großherzogtum arbeitet. Die Ankündigung des Premierministers in dieser Woche, dass Feierlichkeiten und Versammlungen bis zum 31. Juli abgesagt werden, war ein weiterer Schlag vor den Kopf: «Es ist sehr kompliziert. Man muss einen Termin finden, den man verschieben kann, prüfen, ob es den Dienstleistern passt und finanzielle Regelungen finden». Von der Location bis zum Babysitter.

« Einige werden sich gar nicht erholen. »

Viele von Sabrina Carbones Kunden haben sich bereits dafür entschieden, alles auf 2021 zu verschieben. Und neben dem Geschäft ist die psychologische Dimension sehr wichtig. «Eine zukünftige Braut, die ich Anfang Juli nach Mondorf begleiten sollte, hat mich völlig verzweifelt angerufen. Ich versuche dann natürlich Lösungen zu finden», fügt die Hochzeitsplanerin hinzu.

In Luxemburg kommen wegen des Multikulturalismus viele Hochzeitsgäste aus dem Ausland, was auch nicht einfach ist, wenn alles verschoben wird. «Einige zukünftige Brautpaare wollen aufgeben und ihre Planungen reduzieren», sagt Sabrina Carbone. Wie in anderen Bereichen auch, sollten die Fachkräfte während dieser schwierigen Zeit von staatlicher Unterstützung profitieren. Aber für Einige kommt die Hilfe nur sehr langsam und «einige werden sich gar nicht erholen».

(nc/L'essentiel)

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