Luxemburger in Heidelberg – «Viele von uns stehen unter Schock»
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Luxemburger in Heidelberg«Viele von uns stehen unter Schock»

HEIDELBERG/LUXEMBURG – Etwa 350 Luxemburger studieren in Heidelberg. Medizinstudent Charel befand sich nicht weit von dem Gebäude, in dem der Anschlag am Montag stattfand.

Polizeibeamte untersuchen eine Waffe am Gelände der Heidelberger Universität.

Polizeibeamte untersuchen eine Waffe am Gelände der Heidelberger Universität.

DPA/Sebastian Gollnow

Der 24-jährige Charel Karier, der im vierten Jahr Medizin studiert, war gestern weniger als 100 Meter von dem Gebäude entfernt, in dem ein Mann auf dem Heidelberger Campus das Feuer eröffnet hatte. «Gegen 13 Uhr kam ich gerade aus der Universitätsklinik. Ich war auf der Intensivstation im Stockwerk -1. Man hat uns gesagt, dass wir im Gebäude bleiben sollen», sagte er gegenüber L'essentiel. Rund 350 junge Luxemburger studieren in der deutschen Stadt, davon 150 auf dem Campus, auf dem Naturwissenschaften gelehrt werden.

«Wir haben die Nachrichten auf dem Handy verfolgt. Wir haben gesehen, dass es einen Angriff gab. Zuerst dachten wir, der Schütze sei in der Nähe der Cafeteria und des Botanischen Gartens, aber er war tatsächlich in dem Gebäude neben uns.» Die Schüsse haben er aber nicht gehört. «Ich warnte meine Eltern, damit sie es nicht aus dem Fernsehen erfahren, und wir kontaktierten schnell die Luxemburger, von denen wir wussten, dass sie sich auf dem Campus aufhielten.» Über den Tag habe er unzählige Nachrichten erhalten.

« Wir waren schockiert »

«Um 19 Uhr erfuhren wir, dass es kein luxemburgisches Opfer gab. Trotzdem waren wir schockiert. Ich bin zurück in die Bibliothek gegangen, um mich auf eine für morgen angesetzte Prüfung vorzubereiten, aber es fällt mir schwer, mich zu konzentrieren. Wir haben ein komisches Gefühl», fährt Charel fort.

Nicole Da Silva, die an einem anderen Campus in der Altstadt Sprachen studiert, erzählt, dass ihre «Professorin den Unterricht normal abhielt, weil sie noch nichts davon wusste.» Schließlich hätten sie «schnell versucht, die luxemburgischen Biologiestudenten zu kontaktieren». Am Abend postete der Kreis der «Lëtzebuerger Studenten zu Heidelberg»: «Nach unseren Informationen sind keine Luxemburger unter den Verletzten des Anschlags. Viele von uns stehen jedoch unter Schock.»

(Séverine Goffin/Nicolas Martin/L'essentiel)

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