Rheinland-Pfalz – Vier Wölfe streifen durch Wälder der Nachbarregion
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Rheinland-PfalzVier Wölfe streifen durch Wälder der Nachbarregion

MAINZ - Wölfe kehren zurück in ihre alten Gefilde. Seit 2012 sind in Rheinland-Pfalz vier Raubtiere nachgewiesen worden. Das Land diskutiert jetzt über mögliche Folgen.

In Rheinland-Pfalz sind wieder Wölfe unterwegs.

In Rheinland-Pfalz sind wieder Wölfe unterwegs.

DPA/Julian Stratenschulte

Der Wolf ist nach Rheinland-Pfalz zurückgekehrt. Seit 2012 sind laut dem Mainzer Forstministerium mindestens vier dieser streng geschützten Raubtiere nachgewiesen worden. Die einst ausgerotteten scheuen Jäger auf vier Beinen bereichern die Artenvielfalt im Land – und reißen mitunter Schafe. Auch mitten im Winter können jederzeit neue Wölfe in Rheinland-Pfalz auftauchen. Naturschützer sehen darin eine Bereicherung der Artenvielfalt, Schäfer dagegen haben Angst um ihre Tiere.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat sich kürzlich für eine «begrenzte Abschussfreigabe» ausgesprochen. Die rheinland-pfälzische Forstministerin Ulrike Höfken (Grüne) widerspricht. Die Rückkehr des Wolfs sei erfreulich. Er gehe dem Menschen aus dem Weg. «Unser Wolfsmanagementplan sieht aber bereits jetzt die behördlich angeordnete Entnahme (Abschuss) von Wölfen vor, falls von ihnen eine Gefährdung für den Menschen ausgehen sollte.»

80 Kilometer am Tag

In Niedersachsen ist 2016 bereits ein sogenannter Problemwolf legal geschossen worden und auch einem verhaltensauffälligen Rüden in Sachsen droht aktuell dieses Schicksal – ein Jäger soll diesen Auftrag ausführen. Laura Kettering, Biologin beim Naturschutzbund (Nabu) Rheinland-Pfalz, betont: «Der Wolf steht europaweit unter Naturschutz.» Im 19. Jahrhundert habe der Mensch das Raubtier in Deutschland ausgerottet, seit der Jahrtausendwende gelangen wieder Wölfe vor allem aus Osteuropa vorwiegend in die ostdeutschen Bundesländer.

Der Vorsitzende des Landesverbandes der Schafhalter, Werner Neumann, sagt: «Wir sind nicht grundsätzlich gegen Wölfe, aber die verhaltensauffälligen müssen entnommen werden.» Gelange ein Wolf in eine große Schafherde, seien weniger zwei oder drei gerissene Tiere das Problem. Schlimmer sei, wenn hunderte Schafe auf eine Straße oder Bahnstrecke ausbrächen. Dann könnten bei Unfällen auch Menschen zu Tode kommen.

(L'essentiel/dpa)

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