Intensivstationen voll – Vierjährige muss auf Herz-OP warten

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Intensivstationen vollVierjährige muss auf Herz-OP warten

Österreichs Krankenhäuser sind im Kampf um die Corona-Pandemie überlastet. Geplante Operationen müssen abgesagt werden.

Die Familie von Sabrina Dohr aus dem Kärntner Lavanttal ist in Sorge um ihre kleine Tochter Johanna (4). Das Mädchen, das mit einem Herzfehler geboren wurde, wartet in Österreich auf eine dringende Herz-Operation.

Es wäre bereits die dritte Operation für Johanna, angesetzt war sie für die kommenden Tage am Kepler-Klinikum in Linz. Doch wie ihre Mutter nun im Ö1-Morgenjournal berichtet, wurde der dringende Eingriff auf mindestens Mitte Februar 2022 verschoben. Grund: keine freien Intensivbetten. Wegen Corona-Patienten ist der Krankenhaus voll.

Kind werde schnell müde

«Ich habe gedacht, mir reißt es den Boden unter den Füssen weg», sagt Sabrina Dohr zu Ö1. «Sie ist jetzt in einem Alter, in dem sie das mitkriegt. Sie versteht das, was da passiert. Sie fragt nach, sie hat Angst.» Die Zeit läuft der Familie davon, wie die Zeitung «Heute» schreibt.

Johanna wird bald fünf, die OP sollte aber zwischen dem dritten und dem vierten Lebensjahr durchgeführt werden, sagt Johannas Mutter. Ihr Kind werde zudem schnell müde, die Sauerstoffsättigung sei schlecht, jeder Tag des Wartens bedeute ein Risiko. «Deshalb habe ich sie auch vom Kindergarten abmelden müssen. Weil sie es einfach nicht mehr schafft. Ich bin sehr dankbar für jeden Tag, den wir mit unserer Tochter haben», sagt Sabrina Dohr.

50 Prozent der Operationen muss Klinik verschieben

Die Uniklinik Linz müsse derzeit rund 50 Prozent der geplanten Operationen verschieben. Es sei auch nicht auszuschließen, dass davon auch Operationen für Krebspatienten betroffen seien, sagte der ärztliche Direktor der Klinik, Karl-Heinz Stadlbauer auf Anfrage des ARD-Studios Wien. Österreich befindet sich seit dem 22. November in einem landesweiten Lockdown.

(L'essentiel/lea/heute)

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