«My Microbusiness» – Vom Irak zum Restaurant «Telio» in Luxemburg

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«My Microbusiness»Vom Irak zum Restaurant «Telio» in Luxemburg

LUXEMBURG – Der 32-jährige Sarkut, aus dem Kurdengebiet des Irak geflüchtet, hat vor einem Jahr das mediterran-orientalische Restaurant «Telio» in der Hauptstadt eröffnet.

Von Kirkuk, 300 Kilometer nördlich von Bagdad gelegen, bis zur Eröffnung eines landestypischen Restaurants in Luxemburg-Stadt hat Sarkut Jabbar Mirza einen langen Weg zurückgelegt. Es ist die mühsame, aber glückliche Geschichte eines entschlossenen jungen Mannes, der auf der Leiter Stück für Stück nach oben kam. Mit 15 Jahren arbeitete er als Taucher, mit 17 war er Koch. Der Traum, ein Restaurant zu eröffnen, keimte schnell in ihm auf. «Ich habe sehr schnell gemerkt, dass mir Kochen mehr Spaß macht als alles andere», erzählt er. Luxemburg sei eigentlich nur als Zwischenstation gedacht gewesen. «Mein ursprünglicher Plan war es, nach Irland zu gehen.»

2007 habe er sein Land verlassen und drei Jahre auf der griechischen Insel Samos verbracht, wo er seine Ausbildung in einem Restaurant fortgesetzt habe. Drei Jahre später habe er sich auf eine Reise quer durch Europa begeben, doch als er in Luxemburg angekommen sei, sei er mittellos gewesen. Seine letzten Euros habe er für ein Sandwich am Bahnhof ausgegeben. Daraufhin habe er sich an die irakische Gemeinde gewandt und beschlossen, einen Asylantrag zu stellen. Einen Job habe er in einem Fastfood-Restaurant bekommen.

Ein Traum wird wahr

Sieben Jahre später, im November 2020, eröffnete er mitten in der Krise das Restaurant Telio (griechisch für «perfekt») in der Grand-Rue. Ein kleines, gemütliches Lokal mit bunten Tischen und mediterranen Düften. «Ich teile gerne, ich erfinde gerne neue Geschmacksrichtungen, ich möchte den Kunden eine Freude bereiten. Das spornt mich an, immer besser zu werden», erklärt er, während er verschiedene Gerichte vorstellt, die er anbietet. Griechisch und irakisch inspirierte Küche aus Hülsenfrüchten, mit Salaten, Brot, Gemüse und verschiedenen gegrillten Fleischsorten sowie eine große Auswahl an vegetarischen und veganen Gerichten.

«Davon träumt er schon lange. Jeder Koch stellt sich vor, eines Tages ein eigenes Restaurant zu eröffnen», verrät seine Frau Dhya, die ebenfalls in dem Betrieb arbeitet. «Er ist dynamisch, leidenschaftlich und kreativ», beschreibt sie ihren Mann. Für die Zukunft hat das Paar bereits neue Pläne: Eine Teestube, ein weiteres Restaurant und ein Food Truck sollen Stück für Stück dazukommen.

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Wettbewerb «My Microbusiness»

Seit fünf Jahren unterstützt Microlux Firmengründer auf ihrem Weg zum richtigen Business im Großherzogtum. Im Rahmen des Wettbewerbs «My Microbusiness» hat eine Jury vier Finalisten ausgewählt, die jeweils von einem der Partner-Unternehmen zusätzliche Unterstützung erhalten werden. Vom 12. bis zum 15. Oktober werden wir diese Firmen auf lessentiel.lu vorstellen.

Ab dem 18. Oktober können die L’essentiel-Leser für ihren Favoriten abstimmen. Der «Coup de coeur»-Publikumspreis wird – neben anderen Preisen – am 27. Oktober verliehen. Dieser Gewinn beinhaltet für den glücklichen Sieger auch eine Werbekampagne in den L’essentiel-Medien.

(Yannis Bouaraba/L'essentiel)

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