Basketball – Von Luxemburgs zweiter Liga in die NBA

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BasketballVon Luxemburgs zweiter Liga in die NBA

LUXEMBURG – Vor drei Jahren spielte Alfonzo McKinnie noch für Berburg-Wasserbillig. Am Samstag lief er für die Golden State Warriors in der besten Liga der Welt auf.

Joé Scheid erinnert sich daran, als wäre es gestern gewesen. Als sich der Spieler der East Side Pirates Berburg-Wasserbillig vor drei Jahren auf ein anstehendes Spiel vorbereitete, sagte sein damaliger Mannschaftskollege Alfonzo McKinnie, dass er eines Tages in der NBA spielen werde. «Ich bin in Tränen ausgebrochen, weil wir in der zweiten luxemburgischen Liga gespielt haben.» McKinnie sollte trotz aller Widrigkeiten Recht behalten. In der vergangenen Saison schickte er Scheid ein Trikot der Toronto Raptors, auf dem er sich mit einem Autogramm verewigt hatte. Insgesamt 14 Mal lief er in der abgelaufenen Spielzeit für die Raptors in der besten Liga der Welt auf und brachte es immerhin auf 53 Minuten Spielzeit.

Der Sprung in die NBA war für McKinnie aber alles andere als leicht. Weil er wegen einer Knieverletzung nicht gedraftet wurde, versuchte der gebürtige Chicagoer sein Glück in Luxemburg. «Ich habe noch keinen Besseren gesehen. Er hat uns unheimlich geholfen. Im Gegensatz zu anderen Teams hatten wir aber nur einen Spieler seiner Klasse», sagt Nadine Brinck-Schmit von den East Side Pirates. Obwohl McKinnie im Schnitt 26 Punkte erzielte und 16 Rebounds holte, beendete die Mannschaft von der Mosel die Saison auf dem letzten Tabellenplatz.

Mit Stephen Curry auf dem Platz

McKinnie ergatterte in der Folge einen Platz in der US-Nationalmannschaft im Drei-gegen-Drei-Basketball (3x3). Bei der WM in Mexiko wird die Mannschaft Vizeweltmeister. Die Chicago Bulls griffen zu und ließen McKinnie in ihrer Talenteschmiede für die Windy City Bulls auflaufen. Dort überzeugt er mit guten Leistungen. Die Raptors verpflichten ihn 2017. «Er war schon in seiner Zeit in Luxemburg vom Basketball besessen. Wenn man ihn suchte, musste man nur in unseren Fitnessraum gehen. Er war dort in fast jeder freien Minute», erinnert sich Scheid.

McKinnies Reise endet jedoch nicht in Toronto. Der amtierende Champion, die Golden State Warriors, laden ihn im September dieses Jahres ein und setzen ihn in der Saisonvorbereitung ein. McKinnie steht sieben Minuten lang mit Topstars wie Stephen Curry und Kevin Durant auf dem Platz. Ein Trikot der Warriors hat Scheid bisher noch nicht bekommen.

(Nicolas Martin/L'essentiel)

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