«Rise Against» in der Rockhal: «Vor allem in Europa haben wir viele loyale Fans»

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«Rise Against» in der Rockhal«Vor allem in Europa haben wir viele loyale Fans»

ESCH/BELVAL – Am heutigen Montag wird es in der Rockhal wieder rockig. Die US-amerikanische Alternative-Band «Rise Against» ist nach fünf Jahren endlich wieder in Luxemburg. L'essentiel hat mit dem Gitarristen Zach Blair gesprochen.

von
Nora Riedel
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Am kommenden Montag, den 7. November, treten «Rise Against» in der Rockhal in Esch-Belval auf.

Am kommenden Montag, den 7. November, treten «Rise Against» in der Rockhal in Esch-Belval auf.

Grandview Music/Hayley Souza
Gitarrist Zach Blair hat L'essentiel gegenüber erzählt, wie es ist, nach der langen Pause wieder auf der Bühne stehen zu dürfen.

Gitarrist Zach Blair hat L'essentiel gegenüber erzählt, wie es ist, nach der langen Pause wieder auf der Bühne stehen zu dürfen.

Grandview Music/Hayley Souza

Grandview Music/Hayley Souza

Das Album «Ghost Notes» lief sehr gut und von der Single «Nowhere Generation» gibt es auch eine «Ghost Notes Symphonies»-Version. Werdet ihr heute Abend auch einige «Ghost Notes» spielen?

Wir spielen eigentlich immer auch akustische Lieder, insbesondere um der Band eine kleine Pause zu gönnen. In den Staaten haben wir 2019 eine «Ghost Notes Symphonies»-Tour gemacht. Es war eine kleine Tour mit nur fünf Auftritten. Ich würde mich jedoch sehr darüber freuen, wenn wir auch einmal eine solche Show nach Europa bringen könnten. Diese Songs sind das kreativste, was wir je gemacht haben und die Resonanz ist riesig.

Können wir uns also auf ein zweites «Ghost Notes»-Album freuen?

Wir halten uns dieses Thema bewusst offen und reden untereinander viel darüber. Manchmal spielen wir einen Song und denken «hey, das könnte ein super Song für die ‹Ghost Notes Symphonies› sein». Es ist toll, dass unsere Fans auch dieser Musikstil begeistert. Die Idee für ein neues Album ist stets präsent, ich bin mir sicher, dass sie früher oder später umgesetzt wird.

Ihr lebt alle seit vielen Jahren «Straight Edge» und setzt euch sehr für Tierrechte ein. Habt ihr auch selbst Haustiere? Und bleiben diese während der Tourneen mit der Familie zuhause oder kommt die Familie mitsamt der Haustiere mit auf Tour?

Nicht jedes Bandmitglied lebt «straight edge». Soweit ich weiß besitzen wir aber alle Haustiere. Wir mussten unseren 16-jährigen Hund jedoch vor kurzem einschläfern lassen, somit besitze ich momentan kein Haustier, was für mich sehr schlimm ist. Auf Tour begleiten uns die Tiere nicht. Das wäre viel zu kompliziert und ich denke, dass sie das auch nicht wirklich mögen würden. Es ist einfach kein gutes Umfeld für sie. Man vermisst seine Haustiere jedoch sehr. Manchmal kommt man nach einer langen Tournee nach Hause und wird nicht wiedererkannt. Das ist dann schon ein komisches Gefühl.

Das letzte Mal, dass ihr in Luxemburg wart, liegt fast genau fünf Jahre zurück. Freust du dich, wieder hier auftreten zu können? Was verbindest du mit Luxemburg?

Ich mochte es bislang immer hier zu sein, das Publikum ist einfach super. Es ist jedoch komisch, in einem solch kleinen Land zu spielen. In den Staaten kennen wir das nicht. Luxemburg ist wie ein «pocket city state». Es fasziniert mich immer wieder durch die Stadt zu laufen und vieles zu entdecken. Und es ist so angenehm ruhig.

Wie fast jeder Musiker musstet ihr auch während der Corona-Pandemie pausieren. Fiel euch das schwer? Wie habt ihr die Zeit verbracht?

Es war eine echt schwierige Zeit. Ich glaube, es war die längste Zeit, die ich in meinem Erwachsenenleben zuhause verbracht habe. Die Musik ist mehr als nur unsere Passion. Es ist unser Job, mit dem wir unsere Familien ernähren und unsere Rechnungen zahlen. Viele Menschen konnten während der Pandemie von zuhause aus arbeiten. In der Entertainment-Industrie geht das nicht. Es war interessant zu sehen, wie man mit dieser Situation umgeht.

Was mich betrifft, ich bin ein Mensch der ständig aktiv ist. Ich habe mich bei der «Berkeley School of Music» eingeschrieben und einige Online-Kurse belegt, um musikalisch fit zu bleiben. Es war echt super und es hielt mich davon ab, die ganze Zeit nur rum zu sitzen.

Würdest du sagen, dass euer neues Album, beziehungsweise die beiden Alben «Nowhere Generation 1 & 2» sich von den vorherigen unterscheiden?

Für eine Band, die wie «Rise Against» seit 22 Jahren zusammen spielt, ist es wichtig auch mal den Rahmen zu sprengen. Wir können jedoch alles spielen und klingen trotzdem noch wie «Rise Against». Das ist auch das, was die Fans wollen, sei es nun Tims Gesang oder wie Brandon Drums spielt. Es ist wichtig sich kreativ immer wieder selbst herauszufordern, sich jedoch stets treu zu bleiben.

Ich respektiere es, dass andere Bands sich immer wieder neu erfinden und anders klingen möchten. Ich finde es den Fans gegenüber jedoch nicht fair, die einen dorthin gebracht haben, wo man nun steht. Ich denke, wir schaffen es gut, uns weiter zu entwickeln und uns dennoch treu zu bleiben.

Ihr tretet jetzt schon seit über 20 Jahren auf. Hast du das Gefühl, das Publikum besteht mittlerweile aus älteren Fans der ersten Generation oder bleibt es stets jung?

Das Publikum besteht aus einem Mix aus alten und neuen Fans. Mit jedem Album kommen neue, junge Fans dazu. Bei den Konzerten sieht man aber auch immer wieder bekannte Gesichter. Vor allem in Europa haben wir viele loyale Fans, die jede Show von uns besuchen. Es ist jedes Mal aufs Neue aufregend. Wir nehmen weder die alten, noch die neuen Fans für selbstverständlich.

«Straight Edge»

  • Rise Against, Montag 7. November 2022, 19 Uhr in der Rockhal, in Esch-Belval. Eintritt 48,30 Euro

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