Rassismus im öffentlichen Verkehr – «Vorne im Bus ist nur für Weiße!»

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Rassismus im öffentlichen Verkehr«Vorne im Bus ist nur für Weiße!»

In Bayern verweigert ein Busfahrer einem Asylbewerber aus Gambia die Fahrt, jeglichen Respekt und Anstand. Der Chauffeur wurde verurteilt.

Ein bayerischer Busfahrer verhielt sich gegenüber einem Fahrgast alles andere als korrekt. er wurde bestraft, fährt aber auf derselben Linie weiter (Symbolbild).

Ein bayerischer Busfahrer verhielt sich gegenüber einem Fahrgast alles andere als korrekt. er wurde bestraft, fährt aber auf derselben Linie weiter (Symbolbild).

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Ein Busfahrer aus dem Landkreis Erding verweigerte einem Asylbewerber aus Gambia die Fahrt mit der Begründung, der Bus sei «nur für Weiße». Als eine Passagierin protestierte, ließ der Fahrer den Afrikaner einsteigen. Gleichzeitig wies er den Mann an, hinten zu sitzen. Die vorderen Reihen seien «nur für Weiße» reserviert. Damit beschwor der Deutsche eine Szene herauf, die an die Rassentrennung in den US-Südstaaten der 60er-Jahre erinnert.

Der offene Rassismus des Busfahrers ging noch weiter: Der Afrikaner wollte bis zum Bahnhof Dorfen fahren. Als die Frau, die den Asylbewerber verteidigt hatte, an der Haltestelle Am Krankenhaus ausstieg, sagte der Chauffeur, sie solle ihren «Affen auch gleich mitnehmen». Er fahre nämlich nicht bis zum Dorfener Bahnhof. Das war eine glatte Lüge.

«Sehr unhöflich»

Der Gambier stieg mit der Frau aus, ging die Strecke bis zum Bahnhof Dorfen zu Fuß – und traf dort wieder auf den Busfahrer. Der Asylbewerber stellte den Mann zur Rede. Warum er ihn nicht bis zum Bahnhof mitgenommen habe, wollte er wissen. Daraufhin habe ihn der Deutsche erneut «sehr unhöflich» behandelt.

Der Vorfall habe sich im Februar zugetragen, sei aber bis anhin vom Kommissariat Staatsschutz in Erding zurückgehalten worden, wie die Süddeutsche Zeitung schreibt. Der Chauffeur wurde im März vom Amtsgericht Erding wegen Beleidigung zu 30 Tagessätzen verurteilt. Die Strafe hat er bezahlt, die Vorwürfe streitet er dennoch ab. Für den Arbeitgeber ist die Sache damit gegessen: Das Busunternehmen hat seinen Angestellten nicht vom Dienst suspendiert, er fährt weiter auf «seiner» Linie.

(L'essentiel/kle)

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