Nahe der Hauptstadt: Vulkanausbruch auf Island beginnt – Lava sprudelt aus der Erde

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Nahe der HauptstadtVulkanausbruch auf Island beginnt – Lava sprudelt aus der Erde

In Island sind seit dem Wochenende Tausende Erschütterungen registriert worden. Jetzt ist es zur erwarteten Eruption gekommen.

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Livebilder zeigen die Eruption.

Livebilder zeigen die Eruption.

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Der Vulkan Fagradalsfjall ist bereits 2021 ausgebrochen.

Der Vulkan Fagradalsfjall ist bereits 2021 ausgebrochen.

AFP
Auch diesmal bebt die Erde unterhalb der Reykjanes-Halbinsel wieder unentwegt.

Auch diesmal bebt die Erde unterhalb der Reykjanes-Halbinsel wieder unentwegt.

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Auf der Nordatlantik-Insel Island ist es zu einem Vulkanausbruch gekommen. Die erwartete Eruption habe in der Nähe des Bergs Fagradalsfjall auf der Reykjanes-Halbinsel südwestlich von Reykjavik begonnen, teilte die isländische Wetterbehörde am Mittwochnachmittag mit.

Der genaue Standort müsse noch festgestellt werden. Auf Live-Bildern des isländischen Rundfunksenders RÚV war zu sehen, wie in dem Gebiet Lava aus der Erde sprudelte. Wie groß die Eruption diesmal werden wird, ließ sich zunächst nicht abschätzen.

Die Reykjanes-Halbinsel liegt etwa 30 Kilometer südwestlich von Reykjavik. Auf ihr war es bereits im vergangenen Jahr zu einem Ausbruch dieser Art gekommen. Danach sprudelte rund fünf Monate lang immer wieder Lava aus dem Erdinneren, die aus einem unterirdischen vulkanischen System namens Krýsuvík stammte. Wie damals hat sich die erneute Eruption in den vergangenen Tagen mit einer Serie teils kräftiger Erdbeben angekündigt. Wissenschaftler hatten deshalb mit einem zeitnahen Ausbruch gerechnet.

Ausbruch legte Flugverkehr lahm

Der isländische Vulkan Eyjafjallajökull war 2010 in aller Munde. Weil beim Ausbruch große Mengen Vulkanasche in die Luft geschleudert worden waren, musste der Flugverkehr Mitte April in weiten Teilen Nord- und Mitteleuropas eingestellt werden. Dies stellt bis heute die größte Beeinträchtigung des Luftverkehrs in Europa aufgrund eines Naturereignisses dar.  Die Europäische Organisation zur Sicherung der Luftfahrt gibt an, dass am 15. April 2010 ein Viertel der täglich rund 28.000 Flugverbindungen ausgefallen waren.

Magmazufluss doppelt so schnell wie bei letzter Eruption

Der isländischen Wetterbehörde zufolge ist der Magmazufluss unter dem Fagradalsfjall etwa doppelt so schnell wie bei der Eruption im Frühjahr 2021. Damals war in dem Gebiet über Monate Lava aus der Erde gesprudelt, was sich zuvor mit einer starken Erdbebenserie angekündigt hatte. Auch diesmal bebt die Erde unterhalb der Reykjanes-Halbinsel wieder unentwegt: Tausende Erschütterungen wurden von den Behörden seit dem Wochenende verzeichnet, darunter am Mittwochmorgen ein weiteres mit einer Stärke von über 4,0.

(DPA/job)

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