Abgas-Manipulation – VW will im Notfall Tochter-Marken verkaufen
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Abgas-ManipulationVW will im Notfall Tochter-Marken verkaufen

Volkswagen ist bereit, Unternehmensteile zu verkaufen, um Kredite zurückzahlen zu können. Dies soll der Konzern Insidern zufolge wichtigen Gläubigern mitgeteilt haben.

Der Volkswagen-Konzern soll sich diese Woche einen einjährigen Überbrückungskredit in der Höhe von 20 Milliarden Euro gesichert haben. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider. Um die Rückzahlung des Kredits zu sichern, sei VW auch bereit, Teile des Konzerns zu verkaufen oder an die Börse zu bringen. Allerdings sei nicht besprochen worden, welche das sein könnten.

Reuters berichtet unter Berufung auf Insider, dass es unwahrscheinlich sei, dass Volkswagen Tochter-Marken wie Audi oder Porsche an der Börse platziere. Im Fokus stünden Teile der Lastwagen-Tochter MAN, nämlich jene, die Schiffstriebwerke oder Minikraftwerke herstellen. Diese könnten bei einem Börsengang vier bis fünf Milliarden Euro einbringen. Die Luxusmarken Bentley und Lamborghini oder der Motorradhersteller Ducati sollen ebenfalls zur Diskussion stehen. Volkswagen hat sich zu diesen Meldungen nicht geäußert.

Plastikteil soll Problem beheben

Noch ist unklar, wie teuer der Abgas-Skandal den Volkswagen-Konzern zu stehen kommt. Alleine in den USA sind theoretisch Strafzahlungen von bis zu 18 Milliarden Dollar möglich. Insgesamt, so die Schätzungen von Analysten, könnte der Skandal gegen 50 Milliarden Euro kosten.

Erst vergangene Woche wurde bekannt, dass in Europa für die Nachrüstung eines Teils der manipulierten Dieselmotoren ein Software-Update sowie ein kleines Plastikteil ausreichten. Damit würden die Kosten für die Rückruf-Aktion deutlich tiefer ausfallen, als bei ersten Schätzungen angenommen.

(L'essentiel/lin)

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