Pressestimmen – Wahl von Ronaldo überrascht nicht

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PressestimmenWahl von Ronaldo überrascht nicht

Endlich ist er wieder da, wo er sich schon seit Jahren sieht: Cristiano Ronaldo ist Weltfußballer des Jahres. Die Meinungen über die Wahl sind nur in Deutschland kritisch.

Die Wahl des Portugiesen Cristiano Ronaldo zum Weltfußballer 2013 ist keine große Überraschung und wird weitgehend sachlich kommentiert. Am emotionalsten fallen die Reaktionen in Deutschland aus. Im Fachmagazin «Kicker» schreibt Chefredaktor Jean-Julien Beer: «Nicht immer gewinnt der Beste - diese Fußball-Weisheit ist der einzige Trost für Franck Ribéry.» Die Wahl wirke wie ein Trostpflaster für Ronaldo, der in den letzten zwölf Monaten nicht wirklich etwas gewonnen habe, um diesen Titel hochverdient tragen zu können.
Ins gleiche Horn bläst auch der «Spiegel» auf seiner Onlineplattform, wenn auch weniger deutlich: «Verschmähter Ribéry: Das Pech des Teamplayers», heißt es da.

Ronaldos Tränen bewegen

Immer wieder wird Ronaldos emotionale Reaktion bei der Preisübergabe kommentiert, die in einem Tränenausbruch gipfelte. Wieder der «Spiegel»: «Umso erstaunlicher waren Ronaldos Tränen.» Der «Tages-Anzeiger» titelte: «Zuerst der Triumph, dann die Tränen», und schreibt dann weiter: «Allein diese Emotionen zeigen, wie viel diese Auszeichnung dem explosiven Stürmer von Real Madrid bedeutet.»
Die französische «L'Équipe» verweist vor allem darauf, dass Spanien stolz darauf sei, dass die Auszeichnung in ihrer Liga bleibe und die «Gazzetta dello Sport» (Ita) lässt mit Ronaldos Tränen die Ära von Messis Dominanz zu Ende gehen.

Emotionaler Michel Platini

Wirklich emotional reagierte nach der Wahl einzig der französische Uefa-Präsident Michel Platini, der unter anderem auf Sport.de zitiert wird: «Ich bin sehr enttäuscht für Franck Ribéry. In den vergangenen 50 Jahren hat der Ballon d'Or dem Erfolg auf dem Platz Rechnung getragen. Er wird nun mehr für die globale Leistung der Spieler vergeben, und das führt zu einem Problem.»
Bayern Münchens Präsident Uli Hoeness hatte ja bereits vor der Wahl eine Anti-Bayern-Verschwöhrung gewittert. Es passe dem einen oder anderen eben nicht, dass der FC Bayern alles gewinne.

Nach der Wahl äusserte sich FCB-Vorstandsvorsitzender Rummenigge neutral: «Wir sind stolz auf Franck Ribéry. Nach der Wahl zu Europas Fussballer des Jahres ist dieser dritte Platz einmal mehr die Bestätigung seiner grossartigen Leistungen sowie der Titel, die er mit dem FC Bayern gefeiert hat.»

(L`essentiel Online/ofi)

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