USA: Wahlbeauftragte schildern in Ausschuss versuchte Einflussnahme Trumps
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USAWahlbeauftragte schildern in Ausschuss versuchte Einflussnahme Trumps

Die US-Demokratie war schon vor dem Sturm auf den Sitz des Kongresses massiven Angriffen ausgesetzt. Verlierer Trump versuchte, das Wahlergebnis zu seinen Gunsten zu kippen. Im Untersuchungsausschuss kommen jetzt jene zu Wort, die sich ihm widersetzten.

13.06.2022, USA, Washington D.C.: Ein Video des ehemaligen US-Präsidenten Trump wird gezeigt, während der Untersuchungsausschuss des Repräsentantenhauses, der den Anschlag auf das US-Kapitol am 06.01.2021 untersuchte, seine Ergebnisse einer einjährigen Untersuchung vorstellt. Knapp eineinhalb Jahre nach dem Angriff auf das US-Kapitol steht im Untersuchungsausschuss zu der Attacke die erste öffentliche Anhörung auf dem Programm. Foto: Mandel Ngan/Pool AFP/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Video des ehemaligen US-Präsidenten Trump wird gezeigt, während der Untersuchungsausschuss des Repräsentantenhauses seine Ergebnisse einer einjährigen Untersuchung vorstellt.

Mandel Ngan/Pool AFP/AP/dpa

Der parlamentarische Untersuchungsausschuss zum Sturm auf das US-Kapitol will in seiner Sitzung am Dienstag die versuchte Einflussnahme des früheren Präsidenten Donald Trump auf den Ausgang der Wahl im Herbst 2020 ausführlich beleuchten. Als Zeuge aussagen soll unter anderem der für die Organisationen der Wahlen in Georgia zuständige Republikaner Brad Raffensperger, dem Trump damals den Auftrag gegeben hatte, «11.780 Stimmen zu finden», um das Wahlergebnis noch zu seinen Gunsten zu drehen. Raffensperger weigerte sich und zog damit den Zorn des Präsidenten auf sich.

Die vergeblichen Versuche Trumps, bei der Auszählung der Stimmen zu intervenieren, und die haltlosen Behauptungen des Präsidenten über Wahlbetrug führten nach Ansicht der Demokraten Monate später zum Sturm der gewaltbereiten Trump-Anhänger auf das Kapitol. Dort wollten sie die endgültige Bestätigung des Wahlsieges von Joe Biden verhindern.

Der Republikaner Brad Raffensperger sagte vor dem Ausschuss, dass Trump ihn beauftragt habe «11.789 Stimmen» zu finden. Er verweigerte diesen Befehl.

Der Republikaner Brad Raffensperger sagte vor dem Ausschuss, dass Trump ihn beauftragt habe «11.789 Stimmen» zu finden. Er verweigerte diesen Befehl.

Screenshot/twitter/GA Secretary of State Brad Raffensperger

Neben Raffensperger und dessen Stellvertreter Gabe Sterling sollte am Dienstag unter anderem auch der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses von Arizona, Rusty Bowers, über Trumps versuchte Einflussnahme aussagen. Ebenso wie in Georgia ging die Präsidentschaftswahl in Arizona hauchdünn zu Gunsten Bidens aus. Bowers sagte, in einem Telefonat mit Trump habe dessen Anwalt Rudy Giuliani damals die Idee geboren, die Wahlleute aus Arizona, die letztlich den Präsidenten wählen, durch Gefolgsleute Trumps zu ersetzen.

Die Demokraten sehen in Trumps Verhalten bis hin zu seiner Rede am 6. Januar 2021, mit der er seine Anhänger mutmaßlich zum Sturm aufs Kapitol aufstachelte, einen versuchten Putsch. Viele, die sich gegen ihn stellten, sind bis heute Drohungen ausgesetzt. Eine Wahlhelferin aus Georgia, Wandrea Moss, wollte vor dem Ausschuss darüber berichten, wie sie und ihre Mutter wegen Schikanen von Trump-Anhängern kaum noch ein normales Leben führen könnten.

(DPA)

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