In Kalifornien – Waldbrand beschädigt zwei Stromkraftwerke

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In KalifornienWaldbrand beschädigt zwei Stromkraftwerke

Ein gigantischer Feuerteppich bedroht die Strom- und Wasserversorgung von San Francisco. Zudem könnte er uralte Mammutbäume vernichten.

Gewaltige Waldbrände in der Nähe des berühmten Yosemite-Nationalparks im US-Bundesstaat Kalifornien bedrohen die Versorgung der etwa 300 Kilometer entfernt liegenden Metropole San Francisco mit Strom und Wasser. Zwei Kraftwerke, aus denen die Stadt Strom bezieht, wurden beschädigt.

Bisher habe es noch keinen Engpass gegeben, es würden aber Vorkehrungen für diesen Fall getroffen, teilte der zuständige Versorger am Sonntag mit. Unter anderem stünden Wasserreserven zur Verfügung. Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown erklärte daher den Ausnahmezustand für die Stadt.

Der Stausee Hetch Hetchy, der 85 Prozent des Wasserbedarfs von San Francisco deckt, ist derzeit nicht von dem Feuer betroffen. Es gebe laufend Tests der Wasserqualität, doch derzeit gebe es keine Probleme, berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf die für die Wasserversorgung zuständige Behörde.

Mammutbäume bedroht

Das Feuer hatte sich am Wochenende rasant ausgebreitet und den berühmten Yosemite-Nationalpark erreicht. Etwa drei Dutzend wertvoller und uralter Mammutbäume seien gefährdet, sagte Parksprecher Scott Gediman am Samstag. Zwar lodere das Feuer noch in einiger Entfernung der Baumgruppen, doch würden Vorsichtsmaßnahmen getroffen, sagte er.

«Alle Pflanzen und Bäume im Yosemite sind wichtig, aber die Mammutbäume sind ganz besonders», auch als Symbole des Nationalparks, erklärte Gediman. Um sie zu schützen, werde das Dickicht gelichtet und Sprenkelanlagen würden installiert.

Mammutbäume gehören zu den ältesten lebenden Dingen auf der Erde. Die gigantischen Bäume wachsen ursprünglich in den westlichen Tälern der Sierra Nevada.

Feuerwehr machtlos

Der Waldbrand war am 17. August in einem abgelegenen Canyon im Stanislaus National Forest ausgebrochen. Inzwischen hat er sich auf eine Fläche von mehr als 520 Quadratkilometern ausgeweitet. Rund 5500 Häuser sind von den Flammen bedroht, mindestens vier Häuser wurden komplett niedergebrannt. Die örtlichen Behörden sprachen eine Evakuierungsempfehlung aus. Mehr als 2600 Feuerwehrleute sind derzeit im Einsatz, doch bislang sind nur etwa sieben Prozent des Brandes unter Kontrolle, wie die Feuerwehr mitteilte.

Experten gehen davon aus, dass sich der Brand noch stärker unkontrolliert ausbreiten kann. Trockenes Holz und Gestrüpp würden wie Zunder brennen, sodass sich ein eigenes Wettergeschehen um den Brandherd gebildet habe, sagte Daniel Berlant vom Kalifornischen Amt für Forst- und Brandschutz. «Eine Rauchsäule baut sich im Inneren auf und bricht dann wieder in sich zusammen», erklärte er. Dadurch entstünde Windkraft mit starken Böen in alle Richtungen. «Es gibt viel Potenzial, dass sich dies (das Feuer) noch weiter ausbreitet», sagte er.

(L'essentiel Online/jbu/sda)

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