EU-Zoff – Wallonien könnte bald die deutsche Maut kopieren

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EU-ZoffWallonien könnte bald die deutsche Maut kopieren

NAMUR – Der wallonische Verkehrsminister will eine Autobahn-Maut einführen. Die würde auf ausländische Fahrer abzielen – wie in Deutschland.

Von wegen Freude schöner Götterfunken: In Sachen Maut scheint in Europa bald jeder gegen jeden zu keilen.

Von wegen Freude schöner Götterfunken: In Sachen Maut scheint in Europa bald jeder gegen jeden zu keilen.

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Gerade macht sich Deutschland mit seiner Autobahngebühr für Ausländer bei manchen Nachbarn unbeliebt – etwa bei den Luxemburgern, die von «Diskriminierung» sprechen. Droht jetzt ähnlicher Frust hinter einer anderen Grenze? Noch ist zwar, bei weitem, nichts entschieden – aber der wallonische Verkehrsminister Carlo Di Antonio (CDH) hat womöglich soeben für neuen Aufruhr gesorgt: Gegenüber der Zeitung «L'Echo» hat er sich dafür ausgesprochen, ausländische Autos zu besteuern, die auf den Autobahnen des Belgischen Südens fahren.

Di Antonio möchte im Zuge einer aktuellen Steuerreform die Änderung einbringen: Ziel müsse aber sein, nur ausländische Fahrer zur Kasse zu bitten – so wie in Deutschland. Deshalb müsse man die eigenen Bürger entsprechend entschädigen: über eine Verringerung der KfZ-Steuer.

Notfalls im Alleingang

«Es ist nicht normal, dass ausländische PKW-Fahrer auf unserem Territorium nichts bezahlen, während die Wallonen zahlen, um in Frankreich, der Schweiz und bald in Deutschland zu fahren», findet der Minister. «Europa hat das deutsche System validiert, das die Kosten für den Aufkleber für deutsche Fahrzeuge kompensiert. Wir könnten das kopieren.» Wenn Flandern und die Brüsseler Region nicht entsprechend tätig würden, sei Wallonien bereit, eine eigene Vignette einzuführen.

(Juliette Devaux/L’essentiel)

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