New York – War Prinz Andrew mit Mädchen in Nachtclub?
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New YorkWar Prinz Andrew mit Mädchen in Nachtclub?

Im Verfahren gegen den britischen Prinzen Andrew will die Anklage eine Frau befragen, die ihn in einem Nachtclub mit einem «jungen Mädchen» gesehen haben soll.

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Die Anklägerin wirft Andrew in dem Zivilprozess vor, sie mehrfach sexuell misshandelt zu haben, als sie erst 17 Jahre alt, also minderjährig war.

Die Anklägerin wirft Andrew in dem Zivilprozess vor, sie mehrfach sexuell misshandelt zu haben, als sie erst 17 Jahre alt, also minderjährig war.

AFP
Über 150 Veteranen forderten, dass die Queen ihrem Sohn die militärischen Titel aberkennt – was auch geschah.

Über 150 Veteranen forderten, dass die Queen ihrem Sohn die militärischen Titel aberkennt – was auch geschah.

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Andrews Anwälte argumentierten, dass eine aufgetauchte aussergerichtliche Einigung zwischen Jeffrey Epstein und Virginia Giuffre von 2009 eine Anklage des Prinzen verhindern soll.

Andrews Anwälte argumentierten, dass eine aufgetauchte aussergerichtliche Einigung zwischen Jeffrey Epstein und Virginia Giuffre von 2009 eine Anklage des Prinzen verhindern soll.

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Wie aus Gerichtsakten hervorging, benannten die Anwälte von Andrew sowie der Klägerin Virginia Giuffre ihre ersten Zeugen. Giuffres Anwälte wollen demnach zwei in Großbritannien lebende Zeugen befragen. Zu ihnen zählt den Angaben zufolge Shukri Walker. Diese gebe an, «Prinz Andrew im Nachtclub Tramp in London mit einem jungen Mädchen in etwa der Zeit gesehen zu haben, in der die Klägerin angibt, von Prinz Andrew nach dem Besuch eines Nachtclubs misshandelt worden zu sein», schrieb Giuffres Anwältin Sigrid McCawley.

Weil Andrew bestritten habe, die Klägerin je getroffen zu haben oder im relevanten Zeitraum im «Tramp» gewesen zu sein, sei Walkers Aussage «in hohem Maße relevant», fügte die Juristin hinzu. Giuffre wirft Andrew in dem Zivilprozess vor, sie mehrfach sexuell misshandelt zu haben, als sie erst 17 Jahre alt, also minderjährig war. Sie fordert eine Entschädigung in ungenannter Höhe.

Vergehen soll sich im Haus von Maxwell ereignet haben

Eines der Vergehen soll sich im März 2001 im Londoner Haus von Ghislaine Maxwell nach einem vorherigen Besuch im «Tramp» ereignet haben. Prinz Andrew bestritt jedoch, mit Giuffre dort gewesen zu sein, und gibt an, keine Erinnerungen an irgendeine Begegnung mit ihr zu haben.

Über Ghislaine Maxwell, die Ende Dezember in den USA wegen Sexhandels verurteilt worden war, hatte Prinz Andrew den US-Milliardär Jeffry Epstein kennengelernt und diesen mehrfach auf seinen Anwesen besucht. Giuffres Anwälte wollen vor Gericht auch Andrews früheren Assistenten Robert Olney befragen. Dieser verfügt nach ihren Angaben über «relevante Informationen» über Andrews Beziehungen zu Epstein.

Prinz Andrews Anwälte wollen in dem Prozess offenbar Giuffres Glaubwürdigkeit mit Zeugenaussagen in Frage stellen. Dazu wollen sie die Psychologin Judith Lightfoot befragen, zu der Giuffre ging, nachdem sie nach Australien übergesiedelt war. Abgesehen von einer Befragung Lightfoots zu den Therapiesitzungen forderten Andrews Verteidigung auch die entsprechenden Aufzeichnungen der Psychologin und medizinische Unterlagen an.

Andrews Anwältin Melissa Lerner legte dem Gericht dar, Giuffre leide womöglich unter «falschen Erinnerungen». Zu dieser Theorie wolle die Verteidigung Lightfoot befragen. Außerdem wollen die Verteidiger Giuffres Ehemann Robert Giuffre in den Zeugenstand rufen. Das Paar soll 2002 geheiratet haben und lebt mit seinen drei Kindern in Australien. Der Ehemann soll sowohl zu Giuffres «angeblichen emotionalen und psychologischen Schäden» sowie zu ihrer finanziellen Lage befragen.

Vorwürfe wiederholt entschieden zurückgewiesen

Prinz Andrew hat die von Giuffre gegen ihn erhobenen Vorwürfe wiederholt entschieden zurückgewiesen. Wegen der Vorwürfe und seiner früheren Kontakte zu Epstein gab er allerdings bereits 2019 seine royalen Pflichten auf und zog sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück.

Nachdem Andrews Antrag auf Abweisung von Giuffres Klage zurückgewiesen worden war, teilte der Buckingham-Palast am Donnerstag mit, dass dem zweitältesten Sohn von Elizabeth II. seine militärischen Titel und seine royalen Schirmherrschaften entzogen würden. In dem New Yorker Gerichtsverfahren werde er sich «als Privatbürger verteidigen».

(L'essentiel/AFP/sys)

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