Luxemburg – Warum die Impfpflicht für über 50-Jährige gilt
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LuxemburgWarum die Impfpflicht für über 50-Jährige gilt

LUXEMBURG – Vergangene Woche hat Premierminister Xavier Bettel angekündigt, die Impfpflicht für über 50-Jährige einzuführen. Doch wie ist die Datenlage bei dieser Altersgruppe?

Mehr als 80 Prozent der Corona-Patienten auf den Intensivstationen in Luxemburg war 50 Jahre alt - oder älter.

Mehr als 80 Prozent der Corona-Patienten auf den Intensivstationen in Luxemburg war 50 Jahre alt - oder älter.

Editpress/Julien Garroy

Nach Empfehlung des Expertenrates hat Premierminister Xavier Bettel vergangene Woche angekündigt, die Impfpflicht für Personen ab einem Alter von 50 Jahren einzuführen. Doch wie sinnvoll ist so eine teilweise Impfpflicht? Wie sieht die Datenlage zu eben jener Personengruppe aus? Nach den neuesten demografischen Daten des Statec vom 1. Januar 2021 sind im Großherzogtum 219.065 Einwohner mindestens 50 Jahre alt, was etwas mehr als ein Drittel (34,5 Prozent) der Gesamtbevölkerung Luxemburgs entspricht.

Auf den ersten Blick scheint dies noch fast zu wenig, um am Ende viel zu bewegen, vor allem hinsichtlich der hohen Impfquote in dieser Altersgruppe: 21.542 Einwohner über 50 Jahre sind nicht geimpft (9,8 Prozent) so die aktuellsten Zahlen des ECDC (European Center for Disease Prevention and Control) vom 21. Januar. Damit weisen mehr als 90 Prozent von ihnen ein vollständiges Impfschema auf – ohne Auffrischungsdosis. In der Gesamtbevölkerung sind es 75,5 Prozent.

Todesfälle, aktive Infektionen und Hospitalisierungszahlen

Deutlich wird der Zusammenhang und die Gründe für die Empfehlung des Expertenrats bei einem Blick auf die Hospitalisierungs- und Todeszahlen im Großherzogtum: Denn von den 941 Personen, die seit Beginn der Pandemie (Stand 18. Januar) in Luxemburg im Zusammenhang einer Coronainfektion verstorben sind, waren nach Angaben der Santé 927 Personen 50 Jahre oder älter – also etwa 98,5 Prozent.

Bei den aktiven Infektionen im Zeitraum des vergangenen Wochenberichts vom 10. bis 16. Januar entfielen nur 13,3 Prozent auf Einwohner über 50 Jahren – was sicherlich auch an der hohen Impfquote in dieser Altersgruppe und der milderen Omikron-Variante liegt. Auch der Anteil der über 50-Jährigen an den Neuinfektionen in derselben Woche ist ähnlich niedrig (13,1 Prozent).

Doch seit Beginn der Pandemie waren fast drei von vier Corona-Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden mussten über 50 Jahre alt (73,6 Prozent). Auf den Intensivstation ist der Anteil der über 50-Jährigen sogar noch größer (80,3 Prozent), wie aus den Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Auch wenn das Durchschnittsalter der stationär behandelten Patienten zum betrachteten Wochenberichtszeitpunkt inzwischen auf 48 Jahre gesunken ist und somit knapp unter der 50-Jahre-Marke liegt.

(jfc/L'essentiel)

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