Impfstrategie – Warum impft Luxemburg Grenzgänger nicht?

Publiziert

ImpfstrategieWarum impft Luxemburg Grenzgänger nicht?

LUXEMBURG – Gesundheitsministerin Paulette Lenert hat erklärt, weshalb Grenzgänger – mit Ausnahme des Pflegepersonals – in ihrem Wohnsitzland geimpft werden.

Allen Mitgliedsstaaten wird genügend Impfstoff für ihre Einwohner zugesprochen.

Allen Mitgliedsstaaten wird genügend Impfstoff für ihre Einwohner zugesprochen.

AFP

Grenzgänger werden in der Luxemburger Impfstrategie in der Regel nicht mit eingeplant. Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) erklärt, dass es dabei weder um die Herkunft, noch um die Sozialversicherung gehe. «Unsere Entscheidungen haben wir im Sinne der Risikopatienten getroffen», betont die Ministerin.

Zwar habe sich Luxemburg dafür entschieden, das Gesundheitspersonal aus dem Grenzgebiet in die Strategie mit einzubeziehen, doch nach dieser Ausnahme kehren man wieder zur Grundlogik zurück: «Alle Mitgliedsstaaten werden ihrer Einwohnerzahl entsprechend mit Impfstoff versorgt», so die Ministerin. Grenzgänger werden demnach in ihrem Wohnsitzland geimpft.

Nach den Berechnungen der Webseite Politico,sollten bis Ende August dieses Jahres 26 Prozent der Franzosen, 22 Prozent der Deutschen (bei 118.146 verabreichten Dosen pro Tag), 21 Prozent der Belgier (bei 15.119 verabreichten Dosen pro Tag) und 18 Prozent der Luxemburger Einwohner geimpft sein. Bis Dezember 2022 sollen bereits 70 Prozent der Franzosen (bei durchschnittlich 110.545 verabreichten Dosen pro Tag) geimpft sein. Deutschland dürfte sein Ziel beim aktuellen Impftempo bis Mai 2023 erreichen, Belgien einen Monat später und Luxemburg (bei 710 verabreichten Dosen pro Tag) im Oktober 2023. Hierbei handele es sich jedoch nur um Prognosen. Mögliche Beschleunigungen der Impfstoff-Herstellungen und -Lieferungen, unterschiedliche Strategien oder neue zugelassene Vakzine fließen in diese Berechnungen nicht mit ein.

(Nicolas Martin/L'essentiel)

Deine Meinung