Trinkwasser: Warum Luxemburg Quellen für 60.000 Personen nicht erschließt

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TrinkwasserWarum Luxemburg Quellen für 60.000 Personen nicht erschließt

LUXEMBURG – Im Großherzogtum entspringt mehr Wasser, als derzeit genutzt wird. Doch auch wenn man wollte, wäre die Erschließung der Quellen nicht einfach.

von
Joseph Gaulier
Das Trinkwasser kommt zur Hälfte aus Quellen und zur Hälfte aus dem Obersauer Stausee.

Das Trinkwasser kommt zur Hälfte aus Quellen und zur Hälfte aus dem Obersauer Stausee.

L'essentiel/Nicolas Martin

Der heiße Sommer hat einmal mehr gezeigt, dass Wasser ein knappes Gut ist. Auch in Luxemburg. Die Gemeinde Esch/Alzette führt deshalb eine Machbarkeitstudie durch, ob die seit 1935 ungenutzte Quelle Bel-Val wieder angezapft werden könnte. In einer Antwort auf die parlamentarische Anfrage des Escher Bürgermeisters und CSV-Chamber-Abgeordneten Georges Mischo hält Umweltministerin Joëlle Welfring (Déi Gréng) dies jedoch für «wenig realistisch», da die Quelle unter der Stahlindustrie stark gelitten habe.

Grundsätzlich sei es nicht einfach, neue Quelle zu erschließen. Derzeit verfüge Luxemburg über ungenutzte Wasserquellen, die «potentiell 60.000 Menschen versorgen könnten», aber aus verschiedenen Gründen bislang nicht angezapft werden. Oftmals überschreite das Wasser Grenzwerte, weshalb es nicht als Trinkwasser genutzt werden kann. Vor allem Nitrate und Herbizide seien problematisch. Außerdem sei die Gewinnung «technisch kompliziert», dazu kämen hohe Kosten für die eventuell nötige Aufbereitung des Wassers. Dies sei aber erst ab einer Mindestmenge an Wasser rentabel. Des Weiteren müssten Gebiete oberhalb der Quellen zu Schutzgebieten ausgewiesen werden.

Das Großherzogtum deckt seinen Bedarf von rund 120.000 Kubikmetern pro Tag zur Hälfte aus unterirdischen Quellen und zur anderen Hälfte aus dem Obersauer-Stausee. Zum jetzigen Zeitpunkt «ist der Trinkwasserverbrauch langfristig gesichert», erklärt das Ministerium, selbst wenn, vor allem im Sommer, «punktuelle Engpässe möglich sind».

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