Tragödie in Düdelingen – Was über den Zugcrash bekannt ist

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Tragödie in DüdelingenWas über den Zugcrash bekannt ist

LUXEMBURG - Im Süden kam es Dienstagmorgen es zu einer heftigen Kollision zwischen zwei Zügen. Ein CFL-Lokführer stirbt, zwei weitere Menschen werden verletzt.

20170214 dudelange accident ferroviaire trains un mort et deux bless�s dans la collision de trains un de marchandisese fret et un voyageurs  entre bettembourg et zoufftgen photo isabella finzi

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Editpress/Hmontaigu

Es sind Bilder, die an die schreckliche Katastrophe von 2006 erinnern: Auf der Bahnstrecke zwischen Bettemburg und Zoufftgen (F) ist es am Dienstagmorgen zu einer schweren Kollision zwischen einem belgischen Güterzug und einem luxemburgischen Personenzug gekommen. Wie mittlerweile bestätigt wurde, hat bei dem Unglück ein Lokführer der CFL sein Leben verloren. Der 43-Jährige soll aus Rollingen kommen.

Der Lokführer des SNCB-Güterzugs wurde schwer verletzt aus dem Wrack befreit und ins Krankenhaus gebracht. Die Schaffnerin des CFL-Triebwagens, der ohne Passagiere unterwegs war, wurde leicht verletzt. Sie erlitt einen Schock.

An die 100 Rettungs- und Polizeikräfte eilten zur Unfallstelle. Zwischenzeitlich hieß es, eine Person werde noch vermisst. Diese Meldungen haben sich bislang aber nicht bestätigt. Die Helfer starteten eine groß angelegte Suchaktion, bei der ein Helikopter, eine Drohne der Feuerwehr und eine Hundestaffel zum Einsatz kamen. Auch Videobilder werden ausgewertet. Aber erst wenn die Unglückszüge auseinandergezogen sind, weiß man, ob noch weitere Personen eingeklemmt wurden.

Stoppsignal missachtet

Die CFL erklärten kurz vor 15 Uhr, dass der Luxemburger Zug über ein Haltesignal gefahren sei. Die Ermittlungen seien jedoch noch nicht abgeschlossen, hieß es seitens der Eisenbahngesellschaft.

Der Güterzug kam aus Richtung Frankreich, der Personenzug war in die entgegengesetzte Richtung nach Thionville unterwegs. Zum Zeitpunkt des Unfalls müssen enorme Kräfte auf den CFL-Triebwagen eingewirkt haben. Der mehrere hundert Tonnen schwere Güterzug zermalmte die Fahrerkabine des Passagierfahrzeugs regelrecht. Der Lokführer überlebte den schweren Zusammenstoß nicht.

Laut Angaben der Schaffnerin hielten sich keine Passagiere im Vorderteil des Zuges auf, was eine schlimmere Katastrophe verhinderte. Der Fahrer des Güterzugs konnte unmittelbar vor dem Crash noch einige Schritte nach hinten spurten. Das rettete ihm wahrscheinlich das Leben.

«L'essentiel»-Reporter filmt den Unfallort:

Güterzug und Personenzug in Crash verwickelt

Die Ursache des Unfalls ist noch unklar. «Spekulationen haben zu diesem Zeitpunkt keinen Sinn», warnte Minister François Bausch bei einer Pressekonferenz am Mittag. «Die Ermittler müssen erst ihre Analyse machen.» Bevor es zu dem Unfall kam, sei kein Alarm vom Zugführer ausgelöst worden. «Wir wissen noch nicht warum.» Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde die Spurensicherung der Polizei mit einer Untersuchung beauftragt.

Innenminister Dan Kersch lobte die Einsatzkräfte und die Schaffnerin des CFL-Zugs für ihr Verhalten. «Der Notfallalarm wurde um 8.55 Uhr ausgelöst, schon um 9.06 Uhr waren die ersten Helfer vor Ort.»

Die CFL hatten um 8.45 Uhr eine erste Alarmmeldung über einen Vorfall auf dem Rangierbahnhof Bettemburg verschickt. Eine Stunde später bestätigte die Eisenbahngesellschaft den fatalen Zusammenstoß.

Bahnstrecke nach Frankreich zwei Tage blockiert

Im Bahnverkehr im Großherzogtum kommt es nach dem Unfall am Dienstagvormittag zu massiven Verzögerungen. Die Strecke Bettemburg-Thionville ist voraussichtlich bis Donnerstagmorgen gesperrt. Ersatzbusse wurden seitens der CFL angefordert. Der Bahnbetreiber rät jedoch, auf andere Verkehrsmittel umzusteigen. Auf Twitter organisieren sich unter dem Hashtag #covoitmetzlux bereits Fahrgemeinschaften.

Wegen des Rettungseinsatzes sind in Düdelingen die Route de Zoufftgen und der CR161 gesperrt, wie der Automobilclub ACL informiert. Die Polizei empfiehlt Autofahrern, die Gegend großräumig zu umfahren.

(Jörg Tschürtz/L'essentiel)

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