Schifflingen – Was wird aus dem ArcelorMittal-Gelände?

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SchifflingenWas wird aus dem ArcelorMittal-Gelände?

LUXEMBURG - Mehr als zwei Jahre nach der vorläufigen Stillegung des Stahlwerks in Schifflingen stellt sich die Frage, was aus dem Gelände von ArcelorMittal werden soll.

Wirtschaftsminister Etienne Schneider (LSAP) will in den kommenden Tagen mit den Verantwortlichen von ArcelorMittal über die Zukunft des Standorts Schifflingen sprechen.

Wirtschaftsminister Etienne Schneider (LSAP) will in den kommenden Tagen mit den Verantwortlichen von ArcelorMittal über die Zukunft des Standorts Schifflingen sprechen.

L'essentiel/jmh

In einem Interview soll Michel Wurth, scheidendes Mitglied der Geschäftsführung des Stahlriesen ArcelorMittal, das definitive Aus für das Stahlwerk in Schifflingen angekündigt haben. Was wird nun aus dem Gelände? Diese Frage stellte der CSV-Abgeordnete Marc Spautz Wirtschaftsminister Etienne Schneider (LSAP). Der Minister erklärte in seiner Antwort am Mittwoch, dass «es Aufgabe von ArcelorMittal ist, die Einstellung der Geschäftstätigkeit nach den geltenden gesetzlichen Vorgaben» abzuwickeln. Zudem will der Minister in den kommenden Tagen mit den Verantwortlichen des Stahlkonzerns darüber sprechen, wie diese planen, «den Standort künftig aufzuwerten». Ob es bereits Projekte gibt, ist auf Anfrage nicht zu erfahren.

Für ArcelorMittal kommt die Anfrage verfrüht. Denn «Michel Wurth hat niemals die endgültige Stilllegung des Standorts angekündigt», erklärt ein Sprecher. «Er hat nur wiederholt, was er seit 2011 sagt: dass die aktuelle Situation es nicht zulässt, das Stahlwerk wieder hochzufahren.»

Kritiker werfen dem Stahlkonzern vor, die Stand-by-Situation in Schifflingen auszunutzen, um die an den Konzern vergebenen Emissionsrechte weiter zu verkaufen. Diese würden mit einer offiziellen Einstellung der Produktion in Schifflingen entfallen. Bis zu 800 Millionen Euro soll der Konzern mit dem Weiterverkauf dieser «Verschmutzungsrechte» erzielt haben. Der Stahlproduzent dementiert dies: «Eventuelle Überhänge nutzen wir bis 2020.»

(jmh/L'essentiel)

Spielt ArcelorMittal auf Zeit?

Seit September 2011 liegt die Produktion im Stahlwerk in Schifflingen still - «vorübergehend», wie der Betreiber ArcelorMittal stets versichert.

Spätestens im September 2014 muss anlässlich des dritten Jahrestages der Stilllegung allerdings eine Entscheidung über die Zukunft fallen. Denn dann läuft die Betriebsgenehmigung für das Stahlwerk aus. Ein Industriebetrieb, der drei Jahre lang stillliegt, verliert nämlich laut Gesetz automatisch seine Betriebserlaubnis.

«Dieses Datum wird ArcelorMittal zu einer Entscheidung zwingen. Und ich befürchte, dass es nicht um eine Wiederaufnahme der Produktion geht», meint Jean-Claude Bernardini vom OGBL, der stärksten Gewerkschaft im Stahlsektor.

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