Luxemburger Musiker – Was wurde eigentlich aus... Rapper Bandana?

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Luxemburger MusikerWas wurde eigentlich aus... Rapper Bandana?

LUXEMBURG - Mit seinem Skandalsong «Squad» löste der junge Künstler Bandana vor zwei Jahren einen Hype im Großherzogtum aus. Was macht der Hip-Hopper mit der derben Zunge heute?

Am 1. November 2015 landet ein Video auf Youtube, das die Gemüter hochkochen lässt. Die einen können vor Scham kaum hinhören, die anderen finden es einfach nur «megaflott». Die Rede ist von «Squad», dem Debütsong des luxemburgischen Hip-Hoppers Bandana. Mehr als 420.000 Klicks zählt der Clip mit dem Rapper und seiner Plastik-Kalaschnikow mittlerweile – und die Songzeile «Squatten mat der Gang» (auf Deutsch in etwa: Abhängen mit der Clique) ist zu einem geflügelten Wort in der Jugendszene geworden.

Wie geht es dem Musiker heute, zwei Jahre nach dem turbulenten Karrierestart? «Mir geht es sehr gut, ich bleibe immer positiv», sagt Bandana im Gespräch mit L'essentiel. Der Gangsta-Rapper erhält immer noch viel «positives Feedback», erzählt er. Die Menschen erkennen ihn auf der Straße. Mehrere hundert Selfies hat er laut eigener Schätzung schon mit Fans geknipst. «Manchmal ist es dick krass, wie mich die Leute in der Disco für ein Foto bedrängen.»

«Negative Kritik hat mich nie interessierst»

Die andere Seite der Medaille: In den sozialen Netzwerken kriegt der junge MC von Anfang an viel Hohn und Spott ab. Einige finden ihn schlicht peinlich, andere bescheinigen ihm völlige Talentfreiheit. «Ich halte mich nicht lange mit negativer Kritik auf. Am Anfang habe ich mich noch gerechtfertigt und aufgeregt, aber mittlerweile tue ich das nicht mehr. Diejenigen, die mich beschimpfen, haben meistens nichts anderes in ihrem Leben zu tun.»

Dass «Squad» derart durchstartet, überraschte viele – auch ihn selbst. Dass die Polizei beim Videodreh im Raum Belval dazwischengefunkt hat und die Medien anschließend darüber berichteten, befeuerte den Hype um den «Phrasenmäher» aus Belval. «Die Leute hatten auch nie zuvor diese Art von Gangsta-Rap gehört. Es war einfach etwas anderes.»

Berufliche Konsequenzen

Mit der Musik will der Rapper weitermachen. «Ich gehe bei den Texten und bei der Musik in eine andere Richtung und will eine Message an die Jugend rüberbringen. Mit dem Battle-Rap und dem Vulgären habe ich aufgehört. Demnächst kommen neue Mixtapes von mir raus, auf Luxemburgisch und auf Deutsch.» So gut es mit der Musik auch läuft, leben kann der 21-Jährige von den paar Tantiemen nicht. Beruflich musste der gelernte Erzieher eine Enttäuschung verkraften: Sein Arbeitsvertrag wurde nicht verlängert. «Meine Songtexte sind bei einigen nicht gut angekommen. Mit den Kindern und ihren Eltern gab es aber nie Probleme.»

Hätte er im Nachhinein etwas anderes gemacht? «Ich hätte mein Gesicht immer mit einem Bandana verdecken sollen, dann hätte es vielleicht beruflich keine negativen Konsequenzen gegeben.» Aber er gibt auch zu: «Ohne ‹Squad› wäre mein Leben viel langweiliger verlaufen. Die Gangsta-Attitüde gehört einfach zu mir.»

(Jörg Tschürtz/L'essentiel)

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