Khashoggi: Washington benennt Straße vor saudischer Botschaft nach Khashoggi

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KhashoggiWashington benennt Straße vor saudischer Botschaft nach Khashoggi

In Anwesenheit von Mitgliedern des Stadtrats wurde die Straße vor dem Botschaftsgebäude am Mittwoch feierlich in Jamal-Khashoggi-Weg umgetauft – zu Ehren des ermordeten saudischen Dissidenten und als Denkzettel für die Führung in Riad.

WASHINGTON, DC - JUNE 15: Human rights activists reveal the new street sign for Jamal Khashoggi Way during an event celebrating the renaming of the street outside the Embassy of the Kingdom of Saudi Arabia on June 15, 2022 in Washington, DC. The event comes as President Biden announced an upcoming trip to Saudi Arabia in July.   Nathan Howard/Getty Images/AFP
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Die Strasse vor dem saudischen Botschaftsgebäude wurde am Mittwoch feierlich in Jamal-Khashoggi-Weg umgetauft.

AFP

Einen Monat vor der geplanten Saudi-Arabien-Reise von US-Präsident Joe Biden hat der Hauptstadtbezirk Washington vor der Botschaft des Königreichs ein Zeichen gesetzt. In Anwesenheit von Mitgliedern des Stadtrats wurde die Straße vor dem Botschaftsgebäude am Mittwoch feierlich in Jamal-Khashoggi-Weg umgetauft – zu Ehren des ermordeten saudischen Dissidenten und als Denkzettel für die Führung in Riad, wie Verantwortliche erklärten. «Wir haben die Absicht, die Leute, die sich hinter diesen Türen verstecken, daran zu erinnern, dass wir sie für den Mord an unserem Freund verantwortlich machen», sagte Sarah Leah Whitson von Dawn, einer proarabischen Organisation zur Förderung der Demokratie, die Khashoggi vor seinem Tod gründete.

Whitson warf der Regierung von Biden im Hinblick auf dessen baldigen Besuch in Saudi-Arabien zudem «schamlose Kapitulation» vor. Noch als Präsidentschaftskandidat hatte Biden erklärt, Saudi-Arabien wegen des Mordes an Khashoggi wie einen «Pariastaat» behandeln zu wollen. In Zeiten einer Energiekrise bemüht sich seine Regierung nun aber um verbesserte Beziehungen zum Königreich.

Khashoggi war am 2. Oktober 2018 ins saudische Konsulat in Istanbul gegangen, um Dokumente für die Heirat mit seiner türkischen Verlobten abzuholen. Er kam aber nie heraus. Nach längeren Dementis räumte die Führung in Riad unter internationalem Druck ein, dass Khashoggi im Konsulat bei einem schiefgelaufenen Versuch getötet worden sei, ihn in seine Heimat zurückzubringen. Die CIA kam später zum Schluss, dass er auf Befehl des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman ermordet und zerstückelt worden sei. Khashoggi hatte im US-Exil als Kolumnist für die «Washington Post» gearbeitet und kritische Texte über die saudische Königsfamilie geschrieben.

(AP)

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