Umweltbedrohung – Wegen Pandemie landen Tausende Container im Meer

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UmweltbedrohungWegen Pandemie landen Tausende Container im Meer

Höher, größer, schneller – Hauptsache mehr. Während der Pandemie werden Containerschiffe mit mehr Containern beladen als üblich. Unzählige gehen bei der Überfahrt über Bord.

Dass Schiffscontainer im Meer landen, ist bekannt. Während der Corona-Pandemie jedoch ist die Zahl der verlorenen Container massiv angestiegen. In einem normalen Jahr sind es laut dem World Shipping Council rund 1400 Stück, die in den Weltmeeren verloren gehen. Während der Pandemie waren es allein in drei Monaten über 3500 Container, die über Bord gingen, wie die Zeitung «Aftonbladet» schreibt.

Jährlich werden etwa 200 Millionen Container über die Weltmeere von einem Ort zum anderen transportiert. Weil die Nachfrage – nach was auch immer in den Containern verschifft wird – in Folge der Pandemie stark gestiegen ist, stehen die Branche und die Mitarbeitenden unter starkem Druck. Kritiker der Branche bemängeln, dass die Container auf den Schiffen zu hoch gestapelt und ungenügend gesichert werden. Bis zu einer Höhe von neun Stockwerken werden die Container aufgetürmt. Zum Verständnis: Ein Standardcontainer ist 2,59 Meter hoch, auf neun Stockwerke gerechnet ergibt das eine Höhe von über 23 Metern. Das kann bei Stürmen und Unwettern zum Problem werden.

Schiff verliert über 2000 Container

Der ehemalige Direktor der Konstruktionsfirma LIoyd’s Register, David Tozer, sagt laut der dänischen Zeitung «Ingeniøren»: «Die Betreiber sichern die Ladung nach Standards, die nicht berücksichtigen, dass die Schiffe immer größer werden.» Allein das Schiff One Apus, das am 8. Dezember 2020 notfallmäßig in einen Hafen in Japan einlaufen musste, verlor in einem Sturm vor Hawaii 2200 Container.

Aber auch wenn das nur ein Bruchteil der Container ist, die total jährlich den Weg übers Meer antreten, sind die verlorenen Riesen-Boxen ein Problem. «Im Meer stellen sie eine Gefahr für den Schiffverkehr und auch für die Umwelt dar», so Øssur Hilduberg von der dänischen Unfalluntersuchungsstelle zu «Ingeniøren», denn in den Containern wird alles Mögliche transportiert – von Autos bis zu Gülle.

(L'essentiel/Angela Rosser)

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