Zugbegleiter – «Wehrlos gegen so viel Aggressivität»

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Zugbegleiter«Wehrlos gegen so viel Aggressivität»

LUXEMBURG – Trotz des Angriffs auf zwei Zugbegleiter der CFL zu Wochenbeginn ist bei den Schaffnern der Alltag zurück.

Wenn sich die Zugbegleiter beim Schichtwechsel auf den Gleisen am Luxemburger Hauptbahnhof begegnen, ist immer Zeit für einen kleinen Scherz. Das hat sich auch nach dem Angriff auf zwei ihrer Kollegen am Montag nicht geändert. Beide sind bis auf weiteres krankgeschrieben.

«Es stimmt schon, dass wir uns bei so viel Aggressivität wehrlos fühlen. Selbst wenn wir zu zweit sind, werden wir angegriffen», meint einer. «Ich bin jetzt seit zwei Jahren Zugbegleiter und stelle eine steigende Angriffslust fest», pflichtet ein anderer bei. «Fast täglich sehe ich mich verbalen Angriffen ausgesetzt. Wir können das natürlich der Polizei melden, aber es sind ja so viele…».

In der Statistik der CFL tauchen im Jahr gut 20 Angriffe auf Zugbegleiter auf, davon sind rund 80 Prozent verbale Streitigkeiten. Zur Vorbereitung gibt es Psychologiekurse, die jeder Schaffner besucht bevor er zum ersten Mal den Dienst in den Waggons antritt.

L'essentiel Online/Patrick Théry

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