Schluss mit 08/15 – Weihnachtsbaum mal anders – und für immer

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Schluss mit 08/15Weihnachtsbaum mal anders – und für immer

Ein grün benadelter Baum gehört zu Weihnachten wie der Sack zum Nikolaus. Diese vier Alternativen gibt es zur kurzlebigen Standard-Tanne.

O Tannenbaum, o Tannenbaum, was bist du für ein ökologischer Albtraum… Für vier bis sechs Wochen soll es weihnachten zu Hause. Und zwar so richtig. Dafür bestehen wir sogar auf die merkwürdige Tatsache, uns einen ganzen Baum in die eigenen Wände zu zerren. Je größer und ausladender, desto festlicher. Er wird in einen Ständer gespannt, mit bunten Kugeln und leuchtenden Lichtern behangen und schon wird uns ganz wohlig ums Herz. Wenn sich dann am 24. noch die Geschenke unter den Zweigen türmen, erreicht die Weihnachtsstimmung ihren Peak. Ein Brauch, der sich schon seit dem 16. Jahrhundert hält. Kein Wunder, dass es für uns heute undenkbar wäre, auf einen Baum zu verzichten. Sollen wir ja auch gar nicht. Aber ein bisschen umdenken, das wäre vielleicht gar nicht schlecht. Damit nicht jedes Jahr tausende Bäume herangezüchtet, abgehackt, aufgestellt und nach gefühlt 15 Minuten Ruhm lieblos an den Straßenrand geworfen werden. Ein wenig Inspiration, wie euer Baum-Traum auch nachhaltig in Erfüllung geht? Bitte sehr:

1. Mieten statt kaufen

Ja, echt wahr. Genau wie Autos, Bierbänke, Werkzeug und Designer-Taschen kann man heutzutage auch Weihnachtsbäume mieten. Und sie nach den Feiertagen ganz einfach zurückgeben. Die Leih-Bäumchen kommen im Topf daher und führen nach ihrem großen Auftritt bei uns zu Hause weiterhin ein glückliches Leben. Abgesehen von der Rückgabe läuft alles ab wie gewohnt: Lieblingsbaum aussuchen, bezahlen, heim transportieren und nach Herzenslust beschmücken.

2. Das Plastik Look-a-Like

Achtung: Achtet auch hier unbedingt auf Herkunftsland und Herstellung. Muss die falsche Tanne erst einmal um die komplette Welt reisen, ist auch ihre Ökobilanz alles andere als ein Weihnachtsmärchen. Wurde aber zum Beispiel recyceltes Plastik verwendet und der Baum in Europa produziert, seid ihr good to go… äh buy. Nach dem Fest wandert das gute Stück für seinen Schönheitsschlaf in den Keller oder auf den Estrich und ist im nächsten Jahr wieder unversehrt einsatzbereit. Jetzt müsst ihr euch nur noch entscheiden, ob ihr ein täuschend echtes Modell in Grün oder vielleicht doch lieber was poppiges wie Pink oder Weiß wollt.Nach einer Studie der Klimaexperten und -expertinnen von The Carbon Trust hat sich die Anschaffung des wiederverwendbaren Bäumchens übrigens nach sechs bis zehn Jahren gerechnet.

3. Topf statt Ständer

Ähnlich wie den Miet-Baum gibt's natürlich auch den Kauf-Baum im Topf. Der eignet sich vor allem für Weihnachtsfans mit Garten oder großer Terrasse. Bei dieser Variante werden dem Star der Stunde die mühsam aufgebauten Wurzeln nämlich nicht abgehackt und so kann er nach seinem großen Tag ganz easy in die Freiheit entlassen oder eben in einen größeren Topf gepflanzt werden. Im nächsten Jahr einfach von draußen wieder nach drinnen schieben. Praktisch, oder? Fragt am besten im Gartencenter eures Vertrauens nach.

4. Experimentiert doch mal

Vom Baum-Brauch hatten wir es ja schon. Da möge etwas stehen, das bunt dekoriert und von bergeweise Geschenken umrahmt werden soll. Ok. Aber das könnte doch auch etwas Selbstgebasteltes, nicht aus dem Wald Stammendes sein. Oder? Wir liefern nur die Vorschläge – Weihnachten ist, was ihr draus macht.

Ein bisschen Deko-Inspiration gibt's noch bei den Bäumchen unserer Leser vom letzten Weihnachten:


(L'essentiel/Laura Scholz)

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