Geringe Ernte – Wein-Jahrgang 2010 lässt sich schmecken

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Geringe ErnteWein-Jahrgang 2010 lässt sich schmecken

LUXEMBURG - Die luxemburgischen Winzer hatten im Herbst harte Einschnitte bei der Weinlese hinzunehmen. Dafür stimmt aber die Qualität des Jahrgangs 2010, sagen Experten.

Die Kunst der Kellermeister war für den Jahrgang 2010 ganz besonders gefragt.

Die Kunst der Kellermeister war für den Jahrgang 2010 ganz besonders gefragt.

DPA

Kälteperioden im August und September vergangenen Jahres ließen die luxemburgischen Winzer mit Sorgenfalten gen Weinberg blicken. Und so fiel im Herbst die Erntemenge aufgrund von Fäulnis deutlich geringer aus als in den Vorjahren. Insgesamt lag sie mit rund 110 000 Hektolitern 20 Prozent unter dem, was die Winzer 2009 gelesen hatten.

Inzwischen dürften die Weinbauern aber recht zufrieden mit ihren erzeugten Produkten sein. «Zum Glück ist weniger geerntet worden», sagt Marc Kuhn, Weinkontrolleur beim Institut Viti-vinicole in Remich. «Wenn nicht, wäre der Wein sehr säurebetont geworden. Die geringe Erntemenge hat den Jahrgang gerettet».

Ein Spitzenergebnis wurde allerdings nicht erzielt: «Es ist ein durchschnittlich gut gewachsener Jahrgang», sagt Marc Kuhn. «Er hat mehr Säure als sonst. Um fruchtige Weine hinzubekommen, war das Wissen der Kellermeister gefragt». Die hätten ihre Arbeit gemacht. Zudem seien während der Lese die faulen Trauben ordentlich aussortiert worden. Kuhns Kollegin, Diplom-Chemikerin Christiane Blum, verweist auf den ausgezeichneten Riesling: «Er wird als letztes gelesen. Die längere Reife hat sich bei ihm sehr gut ausgewirkt». Marc Kuhn rät jedoch, die neuen Weine erst einmal im Keller unterzubringen: «Sie sind noch nicht trinkfertig. Am besten, man lagert sie bis Ende des Jahres ein».

In Deutschland steigen die Preise

In Deutschland wird bereits mit Preissteigerungen gerechnet, da so mancher Wein wegen der geringen Erntemenge knapp werden könnte. Und im Großherzogtum? «Auf dem luxemburgischen Markt spüren wir in Moment keine Auswirkungen. Es ist genug Wein vorhanden», beruhigt Kuhn. So reichten die derzeitigen Lagerbestände der hiesigen Winzer für 17 Monate. Zudem sei das Großherzogtum der internationalen Konkurrenz und so auch dem Preisdruck ausgesetzt.

Wer selbst einmal testen möchte, wie der Jahrgang 2010 ausfällt, hat dazu am 29. April in Grevenmacher die erste Gelegenheit. Dann organisiert die Stadt zum 81. Mal ihren traditionellen Weinmarkt. Auswahl gibt es reichlich: Rund 40 Winzern bieten ihre Erzeugnisse zum Verkosten an.

Kerstin Smirr/L'essentiel Online

Weinmarkt in Grevenmacher

Die Stadt Grevenmacher organisisert am Freitag, 29. April, ihren jährlichen Weinmarkt im Sport- und Kulturzentrum. Öffnungszeiten: 10 bis 12 Uhr und 16 bis 21 Uhr. Eintritt: 5 Euro.

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