Neue TV-Verträge – Weißrussen werden für Unvernunft belohnt

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Neue TV-VerträgeWeißrussen werden für Unvernunft belohnt

In Weißrussland wird trotz der Corona-Krise Fußball gespielt. Staatspräsident Alexander Lukaschenko gibt sich gelassen. Es wurden sogar neue TV-Verträge abgeschlossen.

Mannschaftssport betreiben, als wäre nichts. Als gäbe es keine Corona-Krise. Was beinahe in ganz Europa, ja weltweit momentan unmöglich ist, ist in Weißrussland möglich. Dank Staatspräsident Alexander Lukaschenko. Der «letzte Diktator Europas», wie Lukaschenko auch genannt wird, redet die Corona-Krise klein. «Ich sehe die Viren nicht herumfliegen», sagte der 65-Jährige kürzlich. Er nahm sogar aktiv an einem Eishockey-Plauschspiel teil. «Sport, besonders Eissport, ist die beste Antiviren-Medizin», entgegnete Lukaschenko seinen Kritikern.

Nicht nur auf dem Eis flitzen sie in Weißrussland umher. Auch auf den Fußballplätzen duelliert man sich. Die Meisterschaft ist vor zwei Wochen gestartet. In der Hauptstadt besuchten am Wochenende knapp 2000 Personen das Derby zwischen dem FC und Dinamo Minsk. Es endete 3:2 für den Gastgeber, der die Tabellenspitze nach zwei Runden behauptete.

Stellvertretend für all die, die darauf mit Unverständnis reagieren, spricht Alexander Hleb. Der weißrussische Fußballprofi, der in seiner Karriere lange für Arsenal spielte und bis vor kurzem in der Heimat noch aktiv war, sagt: «Jeder weiß, was in Spanien und Italien passiert. Das sieht nicht gut aus. Aber in unserem Land glaubt die Präsidenten-Bürokratie, dass es nicht so schlimm ist.» Und weiter: «Es ist, wie wenn sich niemand darum kümmern würde.»

Neue TV-Verträge, steigende Sportwetten

Dass in Weißrussland Fußball gespielt wird, gefällt neben Lukaschenko auch Anatoli Baidatschni. «Die ganze Welt schaut auf die weißrussische Meisterschaft. Dies ist die beste Werbung für unsere Liga», sagte der ehemalige Nationaltrainer lokalen Medien. Auch der weißrussische Verbandspräsident Wladimir Bazanow hat rückwirkend keine Bedenken, dass die Meisterschaft aufgenommen wurde: «Aus welchem Grund sollten wir nicht starten? Wurde in diesem Land der Ausnahmezustand ausgerufen?»

Zumindest wirtschaftlich scheint es sich zu lohnen, dass gespielt wird. Laut «Standard» wurden Verträge mit Fernsehsendern aus zehn Ländern – darunter Russland, Israel und Indien – abgeschlossen. Auch bei Wettanbietern ist der weißrussische Fußball hoch im Kurs. Wie die «Bild» berichtete, sind Wetten auf Spiele in Weißrussland um bis zu 60 Prozent gestiegen.

Freundschaftsspiele im hohen Norden

In Schweden hätte die Meisterschaft in Kürze beginnen sollen, Anfang April. Im hohen Norden war man in Sachen Corona-Krise aber einsichtiger als in Weißrussland. Man hat den Meisterschaftsstart verschoben. Das hält die Vereine aber nicht davon ab, trotzdem zu spielen. Am Wochenende wurden in Schweden diverse Freundschaftspartien ausgetragen.

(L'essentiel/heg)

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