Opel Kadett C Coupé 1.2 SR – Welch ein sparsames Prunkstück!

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Opel Kadett C Coupé 1.2 SRWelch ein sparsames Prunkstück!

Das Coupé war die sportlichste Variante des Opel Kadett C und macht sich immer noch gut. Und Spaß haben kann man damit auch.

Offiziell vorgestellt wurde der Opel Kadett C im September 1973 an der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt. Man war in Rüsselsheim keine Risiken eingegangen, hatte wieder auf Frontmotor und Heckantrieb gesetzt und trotzdem wirkte der neue Kadett auch im internationalen Konkurrenzvergleich frisch und gefällig. Den VW Golf mit Frontantrieb gab es schließlich noch nicht, und die Konkurrenz aus Frankreich und Italien spielte in Deutschland kaum eine Rolle.

Auch bei den Motoren musste Opel keine Experimente wagen, die Vierzylinder-1,2-Liter-Aggregate hatten sich beim Vorgänger bewährt.

Umfassend verbessert

Doch Opel hatte dem Kadett B nicht einfach eine modernere Karosserie verpasst, man hatte das Auto umfassend verbessert. Schließlich war der Kadett C als Weltauto konzipiert worden, und da durfte man schon etwas mehr erwarten, zum Beispiel eine neue Vorderachse.

Von Anfang an gab es den Kadett C in drei Karosserieausführungen: als Limousine, als Kombi und als Coupé. An den Start ging der Neuling mit zwei Ausführungen des 1,2-Liter-Motors, die 52 und 60 PS leisteten.

Der Kadett fand sein Publikum, dabei half die wachsende Motorenpalette genauso wie die stetig zunehmenden Ausstattungsvarianten und immer wieder erscheinende Sondermodelle. Mit dem City mit Heckklappe und dem Aero mit Targa-/Faltdach kamen weitere Versionen hinzu. Als die Produktion in Deutschland im Jahr 1979 auslief, hatten 1,7 Millionen Kadett C die Fabrik verlassen.

Das Kadett Coupé

Von Anfang an war die Coupé-Version des Kadett etwas höher positioniert als die übrigen Modelle. Dies zeigte sich im Preis, aber auch im Ausstattungsumfang, denn die einfachste Kadett-Variante gab es als Coupé nicht. Die kompakten Außenabmessungen blieben gleich, was 4,125 Meter Länge und 1,58 Meter Breite bedeutete. Nur etwas flacher war die sportliche Variante, 3,5 Zentimeter, um genau zu sein. Der Kofferraum war beim Coupé mit 385 Litern sogar um sieben Liter größer als bei der Limousine.

Wie bei dieser konnte man auch beim Coupé viele Zusatzausstattungen ordern, so zum Beispiel das SR-Paket, das mit Drehzahlmesser, Zusatzinstrumenten in der Mittelkonsole und Sportfelgen Laune machte.

Mit etwa 11.000 Euro war das gut ausgestattete SR-Coupé 1974 zwar nicht billig, aber sicherlich mehr als konkurrenzfähig. Im Test lief der Wagen 147,5 km/h und beschleunigte in 16,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Ein Käfer war da kein Problem, ein Audi 80 schon.

Unterwegs im Coupé

Reichen eigentlich 60 PS und 88 Nm (bei jeweils 5400, respektive rund 3000 Umdrehungen), um mit einen 835 Kilogramm schweren Coupé Spaß zu haben? Immerhin bieten moderne Autos schnell einmal das Drei- und Vierfache an Leistung/Drehmoment, und dies bei etwa verdoppeltem Gewicht.

Die Antwort: auf jeden Fall. Die Freude am Opel Coupé beginnt bereits beim Betrachten, denn die hübsche und kompakte Karosserie wirkt bis heute elegant und überraschend modern.

Auch vom Innenraum ist man positiv angetan, denn das Interieur wirkt keinesfalls ärmlich, die Sitzposition stimmt, und der Schalthebel des Vierganggetriebes ist genau richtig positioniert.

Natürlich erklingt nach dem Drehen des Zündschlüssels kein aufregender Sechszylinder-Sound, sondern das typische luftige Opel-Vierzylindergeräusch. Und selbstverständlich reißen 60 PS auf der Straße niemanden vom Hocker, aber für Autobahn-Richtgeschwindigkeiten und Landstraßen-Höchstgeschwindigkeiten ist das Coupé schnell genug, zumal das Schalen der vier Gänge viel Freude macht.

(L'essentiel/B.v.Rotz)

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