Emiliano Martinez: «Welt wollte, dass wir verlieren» – Argentinien-Star poltert nach Finaleinzug

Publiziert

Emiliano Martinez«Welt wollte, dass wir verlieren» – Argentinien-Star poltert nach Finaleinzug

Beim überraschend deutlichen 3:0-Sieg gegen Kroatien führt Superstar Lionel Messi die Argentinier ins WM-Finale. Die Stimmen zum Spiel und was die Presse schreibt.

von
Nils Hänggi
13.12.2022, Katar, Lusail: Fußball, WM, Argentinien - Kroatien, Finalrunde, Halbfinale, Lusail Stadion, Argentiniens Torwart Emiliano Martinez jubelt nach dem Abpfiff. Foto: Tom Weller/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Emiliano Martinez jubelt nach dem Sieg gegen Kroatien.

Tom Weller/dpa

Argentiniens Trainer kamen die Tränen, als ihn Lionel Messi nach dem Einzug ins WM-Endspiel umarmte. «Gracias», danke – mehr brachte Lionel Scaloni nicht hervor. Messi, der Superstar der Argentinier, ist jetzt nur noch einen Sieg vom lang ersehnten ersten WM-Titel entfernt. Am Sonntag wartet entweder Frankreich oder Marokko.

Messi führte seine Mannschaft am Dienstagabend im ersten Halbfinal dieser Weltmeisterschaft zu einem klaren 3:0-Sieg gegen Kroatien. Das erste Tor erzielte der sechsmalige Weltfußballer in der 34. Minute per Foulelfmeter selbst. Das 2:0 und 3:0 legte der 35-Jährige seinem Sturmpartner Julian Álvarez jeweils auf (39./69.). Wir präsentieren Reaktionen und Pressestimmen.

Das sagt Argentiniens Trainer

Scaloni war überwältigt. Der Coach meinte: «Es ist schwer, das in Worte zu fassen. Davon habe ich als Argentinier immer geträumt. Wir fühlen die Unterstützung unserer Landsleute, sie stehen hinter uns. Das ist etwas Unvergessliches.» Trotz aller Emotionen warnte Scaloni aber vor zu großer Euphorie. «Das ist ein historischer Moment, den wir genießen müssen. Aber das ist auch alles», meinte er. «Jetzt ist es vorbei, und wir müssen uns auf den nächsten Schritt konzentrieren.»

Das meint der Superstar

«Ich fühle mich sehr gut, ich fühle mich stark für jedes Spiel», so Lionel Messi auf der Pressekonferenz nach der Partie. «Ich bin glücklich, dass ich meiner Mannschaft helfen kann.» Die fünf Spiele nach der überraschenden Auftaktniederlage gegen Saudi-Arabien (1:2) seien Finalspiele gewesen, sagte der Superstar weiter. «Das erste Spiel war ein harter Schlag für uns, so in eine WM zu starten. Aber diese Mannschaft hat bewiesen, wie stark sie ist.» Sie alle würden wissen, wozu sie imstande seien.

Sind also alle happy bei Argentinien?

Grundsätzlich ja. Wobei: Goalie Emiliano Martinez polterte nach dem Sieg und kritisierte die Stimmung vieler Menschen auf der Welt. Gegenüber «beIN Sports» meinte er: «Die Welt wollte, dass wir verlieren. Es waren wir gegen den Rest.» Damit reagierte er wohl auf die Kritik von Portugals Pepe, der nach dem Viertelfinale eine Verschwörung witterte: «Nach dem, was ich heute gesehen habe, können sie den Titel jetzt an Argentinien vergeben.» Und: «Es ist inakzeptabel, dass ein argentinischer Schiedsrichter uns pfeift!»

Und bei Kroatien?

Die Kroaten waren traurig. Nationaltrainer Zlatko Dalić will nach dem WM-Aus im Amt bleiben. Das bestätigte er am Dienstagabend. Borna Sosa kritisierte den Schiedsrichter und meinte, dass es vor dem Penalty in der ersten Hälfte Eckball für die Kroaten hätte geben sollen. Auch ein Foul seines Goalies sah er nicht – im Gegensatz zu vielen Schiedsrichter-Experten wie etwa Collinas Erben, die auf Twitter den Schiedsrichter unterstützten.

Derweil gab es eine süße Szene zwischen Luka Modric und Argentiniens Angel Di Maria. Dieser ging unmittelbar nach dem Schlusspfiff zum kroatischen Kapitän und tröstete ihn.

Das schreiben die Medien

«TyC Sports» – Argentinien: «Messi mit der argentinischen Nationalmannschaft in Hochform: Tor, Assist und Ticket für den großen Final der Weltmeisterschaft.»

«La Razón» – Argentinien: «Ein spektakuläres Spiel von Leo Messi und ein Doppelpack von Julián Álvarez verhalfen der Albiceleste zu einem Sieg gegen eine kroatische Mannschaft, die ihnen nicht gewachsen war.»

«Sportske novosti» – Kroatien: «Skandalöser Elfmeter. Gegen diesen Messias und Schiedsrichter Orsato war es nicht möglich.»

«Novi list» – Kroatien: «Es war kein Elfmeter, Livaković hat alles getan, was ein Torhüter tun darf.»

Ist Argentinien verdient im Finale?

Deine Meinung

0 Kommentare