In Luxemburg – Wenig Ertrag, schlechte Preise, geknickte Bauern

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In LuxemburgWenig Ertrag, schlechte Preise, geknickte Bauern

LUXEMBURG – Eine erste Einschätzung zur bevorstehenden Erntebilanz weist auf gute Qualität, aber erhebliche Ertragseinbußen hin.

Gute Qualität, aber geringe Erträge: So lautet die vorläufige Bilanz der diesjährigen Gesamternte.

Gute Qualität, aber geringe Erträge: So lautet die vorläufige Bilanz der diesjährigen Gesamternte.

DPA/Julian Stratenschulte

Die Getreideernte in Luxemburg ist fast vorbei. Mit etwas Glück werden in ein paar Tagen schon alle Felder abgeerntet sein. Jetzt kommt es auf’s Wetter an und das muss gut werden. Schon früh hat die Ernte in diesem Jahr begonnen. «Seit 2003 haben wir nicht mehr so früh geerntet», bestätigt Serge Turmes, Direktor des Landwirtschaftsverbands Versis. Die heißen Tage im Frühjahr habe für einen Beginn der Ernte schon am Nationalfeiertag gesorgt. Im Süden und im Zentrum ist die Ernte sogar mittlerweile abgeschlossen. Lediglich im Norden gibt es noch bewirtschaftete Felder. Den ungewöhnlich frühen Erntebeginn erklärt sich Serge Turmes mit dem Klimawandel: «Das Wetter wird immer extremer und es gibt mittlerweile schon Hitzeperioden im Frühjahr, was dazu führt, dass das Getreide früher abreift.»

Noch gibt es keine offizielle Erntebilanz – aber erste Einschätzungen: «Mit der Qualität der Ernte sind wird dieses Jahr sehr zufrieden,», erklärt Turmes, «mit der Menge allerdings weniger.» Im Vergleich zum letzten Jahr, in dem die Pflanzen nach langen Regenperioden von Pilzkrankheiten befallen waren, gab es keine besonderen Vorkommnisse, die die Qualität des Getreides beeinträchtigen.

Auch die Menge muss stimmen

Trotz guter Qualität fällt die Ertragsmenge mager aus. Den Süden hat es bei der diesjährigen Ernte am härtesten getroffen: Hier wurde eine Ertragseinbuße von fast einem Drittel festgestellt. Auch im Zentrum musste ein Verlust von 20 bis 25 Prozent verzeichnet werden. Der nördliche Teil des Landes ist noch nicht vollständig abgeerntet. Dort wird mit einer Einbuße von zehn bis 15 Prozent gerechnet. Den hohen Ernteverlust im Süden erklärt Serge Turmes mit der Trockenheit, die in diesem Teil des Landes konzentrierter auftrat als im Rest. Überraschend sind diese Zahlen für ihn nicht, denn schon letztes Jahr war das Ergebnis ähnlich.

Den Bauern könnte die geringe Menge Sorgen bereiten. «Die Preise für eine Tonne Weizen liegen momentan bei 150 Euro. Das ist nicht viel. Angemessen wären 170 oder 180 Euro pro Tonne», sagt Serge Turmes. Durch die geringe Erntemenge und die schlechten Preise wird auch der Erlös zu wünschen übrig lassen. Die Zukunft für die landwirtschaftlichen Betriebe schätzt der Direktor von Versis als schwierig ein.

(Jana Bohlmann/L'essentiel)

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