Geschichte – Wenn die Tour de France Halt in Luxemburg macht

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GeschichteWenn die Tour de France Halt in Luxemburg macht

LUXEMBURG - Die Frankreich-Rundfahrt hat bereits fünfmal durch Luxemburg geführt. Zu jedem Halt gibt es eine Geschichte zu erzählen.

Die Tour de France und Luxemburg haben durchaus eine gemeinsame Geschichte. Das Großherzogtum stellte 1909 nicht nur den ersten ausländischen Sieger, sondern sorgte auch mit anderen Fahrern für Aufsehen. Genannt werden müssen neben dem legendären François Faber auch Charly Gaul, Nicolas Frantz, Johny Schleck und seine beiden Söhne Fränk und Andy.

Doch die 1903 gegründete Rundfahrt wartete bis 1947, ehe sie die Grenzen den Großherzogtums überquerte. In der ersten Ausgabe nach dem Zweiten Weltkrieg führte die Strecke über 314 Kilometer von Brüssel nach Luxemburg. Damals triumphierte der Italiener Aldo Ronconi auf der Etappe.

Indurain schreibt Geschichte

1989 stand Luxemburg dann wieder im Fokus - und zwar richtig. Zum Prolog der Tour am 1. Juli versammelten sich die Fahrer zum Zeitfahren durch die Straßen der Hauptstadt. Auch die drei darauffolgenden Etappen führten durch das Großherzogtum. Nachdem der Prolog an den Niederländer Eric Breukink gegangen war, gewann die dritte Etappe ein halber Luxemburger. Acacio da Silva ist zwar portugiesischer Staatsangehöriger, hat aber seine Kindheit im Großherzogtum verbracht. Er wurde außerdem der erste Portugiese, der sich das Gelbe Trikot überstreifen durfte.

Die bemerkenswerteste Geschichte spielte sich allerdings im Jahr 1992 ab, als der Spanier Miguel Indurain eine unfassbare Vorstellung bot. Im Einzelzeitfahren pulverisierte der «Robocop» seine Konkurrenz, nahm dem US-Amerikaner Greg LeMond und dem Italiener Stephen Roche mehr als vier Minuten ab. Der Franzose Laurent Fignon trudelte sogar erst sechs Minuten später ins Ziel ein. Indurain gewann am Ende einen seiner fünf Tour-Titel.

Armstrong in Luxemburg

Auch in der Ära Armstrong passierte die Tour die Straßen der Hauptstadt. Im Jahr 2002 fanden die ersten drei Etappen in Luxemburg statt. Der Texaner gewann den Prolog und die Tour, welche ihm nach seinem Dopingsskandal wieder aberkannt wurde.

2006 überquerte die Tour schließlich zum bislang letzten Mal die Grenze Luxemburgs. Zwischen der zweiten und dritten Etappe fuhr der Tross durch Esch-sur-Alzette. Die Zieleinfahrt in Esch gewann damals der britische Sprintmeister Robbie McEwen.

(Joseph Gaulier/L'essentiel)

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