Jugendnationalmannschaften – Wenn Sportler für das Nationaltrikot zahlen
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JugendnationalmannschaftenWenn Sportler für das Nationaltrikot zahlen

LUXEMBURG – In einigen Sportarten müssen die Eltern der Jugendnationalspieler die Reisen ihrer Sprösslinge mitfinanzieren. Den Verbänden fehlt das Geld.

Auch die jungen Basketballer müssen sich an den Kosten beteiligen.

Auch die jungen Basketballer müssen sich an den Kosten beteiligen.

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Der Luxemburger Handballverband (FLH) macht kein Geheimnis daraus: Jeder Spieler, der vom 10. bis zum 19. August mit zur U18-Europameisterschaft in Georgien fährt, muss sich mit 250 Euro an den Reisekosten beteiligen. Ein kleiner Betrag im Vergleich zu der Gesamtsumme, die sich auf etwa 31.000 Euro beläuft. Dennoch müssen sie oder ihre Eltern Geld dafür zahlen, um ihr Land vertreten zu können.

«Ob die Sportler etwas aus eigener Tasche zahlen müssen, hängt immer von der Reise selbst ab. Weil Georgien so weit entfernt ist, ist es dieses Mal so. Das bereitet einigen Familien Probleme», erklärt Lynn Spielmann, Vizepräsidentin des HB Düdelingen. «Das mag etwas seltsam erscheinen, aber der FLH ist kein reicher Verband. Mein Vater ist deshalb nicht entsetzt. Dass ich dabei bin, ist für mich und meine Familie eine Ehre», sagt der Jugendnationalspieler Yann Hippert.

Kein Problem bei den Fußballern

Der FLH ist nicht der einzige Luxemburger Verband, der auf Unterstützung der Eltern oder der Spieler selbst angewiesen ist. Im Basketball werden von den rund 100.000 Euro Reisekosten der Jugendmannschaften in diesem Jahr «die Familien rund 20 Prozent übernehmen», sagt Romain Hoffmann, Vizepräsident des FLBB: «Es ist unsere Aufgabe, diesen jungen Leuten die Teilnahme an internationalen Turnieren zu ermöglichen. Wir bedauern, dass wir Familien um Hilfe bitten müssen. Aber ohne sie ist es unmöglich. Wir finden das auch nicht gut, aber wir tun, was wir können.»

In anderen Sportarten sieht das anders aus. Vor allem im Fußball, dessen Verband über höhere finanzielle Mittel verfügt. Auch der Luxemburger Volleyballverband konnte bisher die Reisekosten ohne Hilfe der Familien stemmen. «Wir konnten bisher darauf verzichten. Wir können die anderen Verbände aber verstehen. Manche Reisen sind sehr teuer», so die Generalsekretärin des Verbandes, Chantal Schomer.

(Nicolas Martin/L'essentiel)

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