«Kazakhstan nice place» – Wenn zum Sieg die Borat-Hymne spielt

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«Kazakhstan nice place»Wenn zum Sieg die Borat-Hymne spielt

Die Satire-Figur Borat hat in Kasachstan bereits für einigen Ärger gesorgt. Nun wurde aus Versehen seine Verarsche-Hymne an einer Siegerehrung verwendet. Sehr zum Leid der Siegerin.

Die kasachische Sportschützin Mariya Dmitriyenko hatte am Samstag einen guten Tag. Sie gewann bei der zehnten Austragung der arabischen Schützenmeisterschaften in Kuwait die Goldmedaille beim 75 Meter Schießen.

Für die Zeremonie war alles bereit, die drei besten Schützen standen mit Medaille um den Hals und in ihren Landesfarben gekleidet auf dem Treppchen. Standesgemäß wurden die Flaggen gehisst – zuoberst diejenige der Siegernation Kasachstan – und die Athletinnen legten schon Mal prophylaktisch die Hand aufs Herz. Die Hymne Kasachstans erklang.

«Kazakhstan you very nice place»

Nach kurzer Zeit aber verdrehte Mariya Dmitriyenko, die Siegerin, plötzlich die Augen. Verwirrt schaut sie umher. Etwas scheint nicht zu stimmen. Liegt es etwa an der Hymne? Wir hören hin. Da heißt es:

«Kazakhstan industry best in the world
We invented toffee and trouser belt
Kazakhstan's prostitutes cleanest in the region
Except of course Turkmenistan's

Kazakhstan, Kazakhstan you very nice place
From Plains of Tarashek to Northern fence of Jewtown
Come grasp the might penis of our leader
From junction with the testes to tip of its face!»

O-Ou! Die haben doch nicht etwa? Doch genau: Die Organisatoren haben anstatt der offiziellen Hymne Kasachstans die Verarsche-Version von Borat verwendet! Offenbar haben die Herren im Internet die Version des britischen Komikers Sacha Baron Cohen, alias Borat der Kasache, heruntergeladen, ohne es zu merken, wie der kasachische Teamchef Anvar Yunusmetov dem Newsportal Tengrinews.kz sagte.

Wut in Kasachstan

Das Pech für Mariya Dmitriyenko war, dass auch während des Fauxpas niemand den Irrtum bemerkte und sie die ganze, mit Schandwörtern gespickte, Hymne über sich ergehen lassen musste. Das Lächeln Dmitriyenkos zum Schluss des Stücks verrät aber, dass sie es wohl mit Humor genommen hat.

Die Borat-Parodie hat in Kasachstan für heftige Reaktionen gesorgt. Seit Jahren versucht die Regierung, gegen die aus ihrer Sicht diffamierende Darstellung ihres Landes vorzugehen. Bisher ohne Erfolg. Seit der Panne von Kuwait dürfte die Wut in der ehemaligen Sowjetrepublik nicht weniger geworden sein.

(L'essentiel online/aeg)

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