Luxemburg: «Wer bei einem Herzstillstand hilft, kann nichts falsch machen»

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Luxemburg«Wer bei einem Herzstillstand hilft, kann nichts falsch machen»

LUXEMBURG – Kürzlich wurde ein Mann, der in einem Zug einen Herzanfall erlitten hatte, von anderen Mitfahrenden gerettet. Was es in solchen medizinischen Notfällen zu beachten gilt, erklärt das CGDIS.

Séverine Goffin
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Séverine Goffin
Der Erste-Hilfe-Ausbilder des CGDIS ermutigt Menschen, die Zeugen eines Notfalls werden, dazu, selbst aktiv zu werden und zu helfen.

Der Erste-Hilfe-Ausbilder des CGDIS ermutigt Menschen, die Zeugen eines Notfalls werden, dazu, selbst aktiv zu werden und zu helfen.

Editpress/Fabrizio Pizzolante

«In einem lebensbedrohlichen Notfall ist Eingreifen Pflicht! Wenn man hilft, kann man die Situation nicht verschlimmern», stellt Mathias Zimmer, Erste-Hilfe-Ausbilder beim großherzoglichen Feuerwehr- und Rettungskorps CGDIS klar. Selbst wenn ein Helfer einer Person durch eine zu starke Herzmassage eine Rippe breche, sei das für Letztere immer noch weniger gefährlich als der Herz-Kreislauf-Stillstand, den sie möglicherweise erleide. Es ist noch nicht lange her, dass ein 58-Jähriger, der in einem Zug einen Herzanfall erlitten hatte, durch das Eingreifen couragierter Mitreisender, gerettet werden konnte.

Als Erstes solle man sich jedoch vergewissern, dass keine Gefahr für einen selbst bestehe: «Es hat keinen Sinn, sich kopfüber ins Geschehen zu stürzen und zu riskieren, dass wir statt einem, drei Krankenwagen schicken müssen», betont Zimmer. Wenn die Person bewusstlos sei und einen Atemstillstand habe, müsse eine Herzdruckmassage durchgeführt werden. Seien mehrere Zeugen anwesend, könne man Aufgaben an andere delegieren, indem man sage: «Du rufst die 112 an» oder «Du schaust, ob es einen Defibrillator gibt».

Hast Du einen Erste-Hilfe-Kurs besucht?

Für eine Herzdruckmassage müssten Ersthelfende eine Hand auf die andere legen und damit in der Mitte des nackten Brustkorbs zweimal pro Sekunde drücken. Die Rettungskräfte könnten gegebenenfalls bis zu ihrem Eintreffen telefonisch Anweisungen geben. «Mit einem Defibrillator ist es noch einfacher, weil er fast automatisch arbeitet. Er weiß, wann der nächste Stromstoß notwendig ist», erklärt Mathias Zimmer.

Das CGDIS bietet kostenlose Erste-Hilfe-Kurse in vier Sprachen an. Man lernt dort auch, was man bei Ersticken oder starkem Blutverlust tun muss. Im letzten Jahr nahmen 8000 Personen teil.

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