Gesicht der USA in der Welt – Wer folgt auf Hillary «Cool»?
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Gesicht der USA in der WeltWer folgt auf Hillary «Cool»?

Demnächst wird Barack Obama sein Kabinett umbilden. Die spannendste Frage: Wer ersetzt Hillary Clinton im Außenministerium – vor allem nach dem Bengasi-Fiasko.

Üblicherweise besetzen US-Präsidenten nach gelungener Wiederwahl den einen oder anderen Posten in ihrem Kabinett neu. Barack Obama plant einen großen Umbau seiner Mannschaft, berichtet das Polit-Portal «Politico». Außerhalb der Landesgrenzen dürfte vor allem interessieren, wer ins State Department einzieht. Die derzeitige Außenministerin Hillary Clinton hat mehrmals erklärt, dass sie für eine zweite Amtszeit nicht zur Verfügung steht. Seit Obamas Triumph an der Urne brodelt die Gerüchteküche.

Bisher hoch gehandelt wurde Susan Rice. Die 47-Jährige ist eine enge Vertraute des Präsidenten und dessen Botschafterin bei der UNO. Dort hat sie in den vergangenen vier Jahren einen soliden Eindruck hinterlassen. Rice war die treibende Kraft hinter der scharf formulierten Libyen-Resolution 1970, die den Sturz Muammar Gaddafis möglich machte.

Topkandidat John Kerry

Allerdings dürfte das Kommunikationsfiasko nach dem Terroranschlag auf das US-Konsulat in Bengasi ihre Aussichten auf den Job der Chef-Diplomatin empfindlich geschmälert haben. Neubesetzungen müssen durch den Senat bestätigt werden. Dazu braucht Obama die Unterstützung der Republikaner, die ihn für seine widersprüchlichen Aussagen zum Hergang des Anschlags aber heftig kritisieren. Dass die republikanischen Senatoren Rice als Außenministerin akzeptieren würden, ist fraglich.

Rochade mit Biden?

Gegen Kerry spricht, dass sein Senatssitz in Massachusetts frei werden würde, sollte er ins Außenministerium wechseln. Zwar verfügen die Demokraten über eine komfortable Mehrheit im Senat, aber das Risiko einer Ersatzwahl scheint nicht allen gerechtfertigt.

Ein weiterer Kandidat wäre Vize-Präsident Joe Biden. Für den Fall einer Wiederwahl Obamas war über eine Rochade mit Hillary spekuliert worden: Die 65-Jährige würde Obamas Vize (und damit in die Pole-Position für dessen Nachfolge 2016 rücken). Der in zwei Wochen 70-jährige Biden hingegen könnte seine lange politische Karriere im Außenministerium ausklingen lassen. Das Zeug zum Außenminister besitzt der ehemalige Vorsitzender des außenpolitischen Senats-Ausschusses zweifellos.

Rice, Kerry, Biden sind die meistgenannten Namen. Außenseiter-Chancen werden zudem Obamas nationalem Sicherheitsberater Thomas Donilon eingeräumt. Dieser wird allerdings auch als neuer Stabschef im Weißen Haus gehandelt. Wer es am Ende auch sein wird: Hillarys Celebrity-Status dürfte ihr Nachfolger nicht erreichen.

(L'essentiel Online/Kian Ramezani)

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