Gefängnis-Statistik – Wer in Schrassig sitzt, ist meistens Drogendealer

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Gefängnis-StatistikWer in Schrassig sitzt, ist meistens Drogendealer

LUXEMBURG - Die meisten Insassen sind wegen Drogen-Straftaten inhaftiert, zeigt eine neue Gefängnisstatistik. Auffällig ist die hohe Zahl der Gewalttäterinnen.

Die Überbelegung in Schrassig ist seit Jahren ein Problem in Luxemburgs Strafvollzug.

Die Überbelegung in Schrassig ist seit Jahren ein Problem in Luxemburgs Strafvollzug.

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Die Zahl der Insassen in Luxemburgs einzigem Gefängnis ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen. 2013 saßen in Schrassig im Schnitt 697 Häftlinge ein - das sind um 100 Menschen mehr als die maximale Kapazität des Centre pénitentiaire vorsieht. Die Zahlen gehen aus einer parlamentarischen Antwort von Justizminister Félix Braz (Déi Greng) hervor.

Die Überbelegung in Schrassig ist seit Jahren ein Problem im luxemburgischen Strafvollzug. Die Enge in der Haftanstalt belastet sowohl Insassen als auch das Personal. Doch bis das neue Gefängnis in Sassenheim eröffnet wird, wird es voraussichtlich noch bis Ende 2017 dauern. Die Häftlinge müssen bis dahin in den Zellen wohl etwas enger zusammenrutschen.

Laut Justizministerium waren Drogen, Raub und Diebstahl die drei häufigsten Straftaten, für die Gefangene in Luxemburg einsitzen müssen. Die meisten Insassen blicken auf eine Karriere im Drogenmilieu zurück: 28 Prozent der Männer beziehungsweise 17 Prozent der Frauen sitzen wegen Straftaten in Zusammenhang mit Suchtgift ein. Wegen Raubüberfällen müssen elf Prozent der Männer und sechs Prozent der Frauen hinter Gittern dunsten, beim Diebstahl sind es 16 beziehungsweise elf Prozent.

Hoher Anteil an Gewalttäterinnen

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt, dass das Gefängnis weiterhin von männlichen Insassen dominiert wird: 2013 waren in Schnitt nur 32 Frauen in Schrassig untergebracht, dies entspricht einem Gesamtanteil von fünf Prozent. Interessant ist jedoch, dass sich unter den weiblichen Insassen viele verurteilte Gewalttäterinnen befinden: Fast jede dritte Insassin verbüßt ihre Haftstrafe wegen Mordes, versuchten Mordes oder Totschlags. Zum Vergleich: Bei den Männern betraf dies im vergangenen Jahr nur jeden Siebenten.

Die Altersverteilung blieb recht konstant: Der durchschnittliche Häftling in Luxemburg ist 36 Jahre alt. Allerdings verbüßen auch immer mehr 40- bis 50-Jährige ihre Haftstrafe in Schrassig: Von einem Anteil von 20,3 Prozent im Jahr 2011 stieg dieser Wert im Vorjahr auf 26,6 Prozent.

(L'essentiel/fr/jt)

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