Krankenhausplan – Wer kein Bett braucht, soll nach Hause gehen

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KrankenhausplanWer kein Bett braucht, soll nach Hause gehen

LUXEMBURG - Die Gesundheitsministerin präsentierte am Dienstag den Rahmen des Krankenhausplans. Für Spezialbereiche, Ambulanz und Kindermedizin gibt es Änderungen.

In Zukunft sollen Spezialbereiche wie Herzchirurgie oder Onkologie auf einzelne Kliniken verteilt werden.

In Zukunft sollen Spezialbereiche wie Herzchirurgie oder Onkologie auf einzelne Kliniken verteilt werden.

Im Januar soll der neue Krankenhausplan kommen. Gesundheitsministerin Lydia Mutsch stellte dessen Umrisse am Dienstagmorgen während einer Ausschusssitzung vor. Ein wesentliches Ziel des Plans sei der Übergang zur «ambulanten Versorgung» in den Krankenhäusern des Großherzogtums. «Wir sind eines der wenigen Länder, in denen Patienten ein oder zwei Nächte in der Klinik verbringen, obwohl dies nicht immer notwendig ist», sagte die Déi-Gréng-Abgeordnete Josée Lorsché, Vizepräsidentin der Kommission Gesundheit.

Mit der Umstellung auf die ambulante Versorgung seien Patienten in der Lage, für eine kleine Behandlung oder einen Eingriff ins Krankenhaus zu kommen und am gleichen Tag wieder nach Hause gehen. Das habe nicht nur Vorteile für die Patienten, sondern bedeute auch mehr freie Betten für die, die sie wirklich brauchen. Damit könnte die Zahl der «akuten» Betten um fünf Prozent reduziert und die der langfristigen stationären Schlafplätze erhöht werden. Laut CSV-Politiker Jean-Marie Halsdorf habe die Präsentation am Dienstag allerdings mehr Fragen aufgeworfen als Antworten. «Ambulante Versorgung klingt gut, doch ich weiß nicht, wie das bewerkstelligt werden soll», sagt der Oppositionelle.

Spezialisierung an einem Ort

Im Plan geht es auch um die Frage nach Kompetenzzentren. Vorgesehen ist eine zentralisierte Spezialisierung medizinischer Bereiche, also keine Aufteilung in Region Nord oder Süd. Der Verband der Krankenhäuser soll nun Schritte einleiten, um bestimmte Fertigkeiten in bestimmten Krankenhäusern im Land zu spezialisieren - beispielsweise Onkologie oder Herzchirurgie. «Wir werden nicht alles überall haben», sagt Josée Lorsché.

Es brauche keine fortgeschrittene Sektoren für alle Bereiche in allen Krankenhäusern. Es sei besser, diese über das Land zu verteilen, um den Betrieb von Krankenhäusern zu optimieren. Halsdorf bemängelt derweil die Abschaffung von einigen Dienstleistungen. Für jeden der vier Rettungsdienste brauche es einen eigenen neurologischen Service. Allerdings werde es derer nur noch drei geben, sagte er.

Ebenfalls auf dem Krankenhausplan: die Schaffung eines neuen Notfallservice für Kinder. «Wir werden ein Kompetenzzentrum für pädiatrische akute Intervention schaffen», sagt Lorsché. Wo es entstehen soll, sei noch nicht festgelegt. Darüber hinaus müsste auch die allgemeine Finanzierungsmethode der Krankenhäusern überprüft werden, um die Kliniken für die Patienten «günstiger» zu managen. Der «Gesamtbetrag» wird zugunsten einer nutzungsabhängigen Zahlung abgeschafft. Alle Eingriffe und Behandlungen sollen in Zukunft separat betrachtet werden und auch die Differenzierung der Dienstleistungen werde genauer ablaufen.

(jw/L'essentiel)

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