Laut US-Studie – Wer regelmäßig kifft, hat öfter Geschlechtsverkehr

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Laut US-StudieWer regelmäßig kifft, hat öfter Geschlechtsverkehr

Steigern Joints die Lust auf Sex? Glaubt man einer Studie des Stanford-Wissenschafters Michael Eisenberg, landen Kiffer häufiger zweisam im Bett als Abstinenzler.

Häufiges Kiffen hat viele bedenkliche Auswirkungen – doch «Lust-Killer» ist der Konsum von Marihuana offenbar nicht.

Häufiges Kiffen hat viele bedenkliche Auswirkungen – doch «Lust-Killer» ist der Konsum von Marihuana offenbar nicht.

Keystone/AP/Andy Rain

Über Kiffer heißt es, sie würden ihren Hintern kaum von der Couch hochbekommen. Die Droge verneble die Sinne. Doch anscheinend bekommen Marihuana-Konsumenten mehr «hoch» als gedacht. Das legt zumindest eine Studie des Forschers Michael Eisenberg nahe, die kürzlich im Journal of Sexual Medicine erschien und über die CNN jetzt berichtet.

Der an der Stanford University tätige Urologe Eisenberg besorgte sich Daten aus der «National Survey of Family Growth», einer Studie, die im Auftrag der US-Regierung durchgeführt wurde. Insgesamt 28.000 Frauen und 23.000 Männer beantworteten dafür Fragen über ihr Sexleben und ihren Marihuanakonsum. Bei Eisenbergs Analyse kam ein überraschendes Ergebnis zutage: Frauen, die kifften, hatten in den vergangenen vier Wochen im Schnitt 7,1 Mal Sex. Frauen hingegen, die den Joint ablehnten, landeten im Schnitt «nur» sechs Mal mit einem Partner im Bett. Bei Männern zeige sich ein ähnlicher Trend: Kiffer hatten 6,9 mal Sex, Abstinenzler nur 5,6 Mal.

Regt Marihuana die Libido an?

Was schließt der Wissenschafter daraus? Über die Ergebnisse sei man einigermaßen erstaunt gewesen, sagte Eisenberg. Versuche an Menschen und Nagetieren hätten bereits gezeigt, dass Marihuana die Libido bei Menschen anrege. Doch es gibt auch Nachteile: Zu viel Marihuanakonsum kann nicht nur zu ernsthaften Lungen- und Herzschäden führen, sondern auch die Spermienzahl reduzieren. Auch ein Orgasmus wird durch die innere «Nebelwolke» erschwert. Bei Kifferinnen zeige sich zudem vermehrt Scheidentrockenheit.

Eine wirkliche Erklärung, wie sich Cannabiskonsum auf das Sexleben auswirkt, hat Eisenberg noch nicht. Die Drogen wirke bei Menschen sehr unterschiedlich, sagt ein Kollege bei CNN. Die Forscher hoffen aber, dass sich weitere Kollegen für das Thema interessieren. Seinen Patienten, bei denen gerade Flaute im Bett herrscht, gibt Urologe Eisenberg übrigens folgenden Ratschlag: Öfter ins Fitness-Studio zu gehen. «Alles, was gut für ihr Herz ist, ist auch gut für ihren Penis.»

(jt/L'essentiel)

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