Luxemburg: Werden die Tripartite-Maßnahmen wirklich ausreichen?

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Luxemburg Werden die Tripartite-Maßnahmen wirklich ausreichen?

LUXEMBURG – Die Caritas sieht die Beschlüsse der Tripartite kritisch. Die angekündigten Maßnahmen seien nicht zielgerichtet und sozial unverträglich.

von
Marion Chevrier
Die Caritas sieht die Beschlüsse der Tripartite kritisch.

Die Caritas sieht die Beschlüsse der Tripartite kritisch.

«Die von der Tripartite beschlossenen Maßnahmen werden vielleicht im ersten Moment die Situation beruhigen», so Caritas in einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung. «Auf längere Sicht, werden sie jedoch die Lage der finanziell Schwächsten unserer Gesellschaft sicherlich nicht merklich verbessern».

Man bedauere außerdem, dass «wie so oft, das Gießkannen-Prinzip angewandt worden sei», was in dem Fall Maßnahmen für die gesamte Bevölkerung bedeute. Dabei sei dies «der richtige Moment gewesen, entschlossen von groß angelegten Maßnahmen weg- und zu gezielten und sozial ausgeglichenen Mitteln zu wechseln».

Zuerst wurden Unternehmen gerettet – jetzt sollten Menschen an der Reihe sein

Der Caritas zufolge hätten viele Menschen «kurzzeitige Hilfe, die schnell greife» nötig und bei der keine verwaltungsrechtlichen Hürden bestünden. Sie müsse außerdem «gleichmäßig an die Bedürfnisse angepasst sein und keine Antragsstellung voraussetzen.» Zu viele Menschen «finden sich bei den Hilfen nicht wieder oder wissen nicht, worauf sie Anspruch haben».

Die Stiftung erinnert außerdem daran, «dass die Ärmsten in unserer Gesellschaft vielmehr Mieter als Eigentümer» seien. «Mietwohnungen weisen die niedrigsten Energieeffizienzwerte» auf. Daher benötige man «Anstöße zur energetischen Sanierung», sowie «strenge Regulierungen, die das Vermieten zu energieintensiver Immobilien verbieten».

Zum Abschluss erklärt die Caritas: «Während der Bankenkrise wurden die Geldinstitute gerettet. Währen der Corona-Krise wurden die Unternehmen gerettet. Jetzt müssen die Menschen gerettet werden, die nicht mehr über die Runden kommen».

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