Luxemburg: Bekifft am Steuer – Keine Toleranz bei geringen Mengen
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Luxemburg Bekifft am Steuer – Keine Toleranz bei geringen Mengen

LUXEMBURG – Bei Alkohol erlaubt der Gesetzgeber im Straßenverkehr geringe Mengen, bei Cannabis gibt es kein Pardon.

DPA

Die geplante Legalisierung von Cannabis in Luxemburg wird von vielen Bürgern und Bürgerinnen heiß erwartet. Doch stellt die Umsetzung dieses Gesetztes die Regierung vor einige Herausforderungen. Vor allem im Straßenverkehr, wo Cannabis eine echte Auswirkung hat. Laut den Zahlen, die das Ministerium für Mobilität L'essentiel zur Verfügung gestellt hat, wurden seit 2016 bei etwa 50 Unfällen Reste des berauschenden Cannabis-Wirkstoffs THC gefunden. Ein trauriger Rekord wurde im Jahr 2021 aufgestellt. Damals wurden 13 solcher Unfälle im Zusammenhang mit THC erfasst.

Das Justizministerium betont, dass sich das Gesetz in Bezug auf die Verkehrssicherheit nicht ändern wird. «Der Grenzwert (1 Nanogramm THC pro Milliliter im Blutserum) wird beibehalten». Die vorgesehenen Strafen reichen von acht Tagen bis zu drei Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 500 bis 10.000 Euro, erklärt die Polizei. Der Konsum von Cannabis durch Verkehrsteilnehmer ist auch deswegen so problematisch, da es nicht möglich sei «einen Zeitraum anzugeben, nachdem eine Person wieder fahren kann, da jeder Körper anders reagiert», so die Polizei.

«Weil es um Menschenleben geht»

Das Laboratoire National de Santé (LNS) verweist auf den Konsens der SFTA (Société Française de Toxicologie Analytique) aus dem Jahr 2013. Demnach liegt die Nachweisbarkeit bei Gelegenheitskonsumenten zwischen drei und zwölf Stunden und kann bei hohem und regelmäßigem Konsum bis zu zwölf Tage betragen. «Wie heute auch werden regelmäßige Kontrollen von der Staatsanwaltschaft angeordnet, und bei eindeutigen Anzeichen kann die Polizei eine Blutprobe anordnen», erklärt das Ministerium für Mobilität, das «keine größeren Auswirkungen erwartet, da das Fahren unter Drogeneinfluss verboten ist und auch weiterhin verboten bleiben wird».

«Wenn es für mich eine Inkohärenz gibt, dann hängt sie mit der Ausnahme für Alkohol zusammen, bei der eine Toleranz besteht», erklärt Paul Hammelmann, der Präsident der Sécurité Routière, und zeigt sich zufrieden darüber, dass es solche eine Ausnahme für Cannabis nicht geben wird. Und selbst wenn es einen Widerspruch gäbe: Paul Hammelmann nimmt ihn in Kauf, «weil es um Menschenleben geht», und empfiehlt einem Cannabis-Konsumenten, «sich in der Zeit, in der er positiv auf THC sein könnte, nicht ans Steuer zusetzten oder öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen».

(L'essentiel)

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